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27.07.2014

19:25 Uhr

Abschluss der Tour de France

Marcel Kittel siegt auf der Champs-Élysées

Der deutsche Sprinter Marcel Kittel hat die letzte Etappe der Tour de France gewonnen. Den Toursieg errang Vincenzo Nibali, der damit die 16 Jahre lange Durststrecke der Italiener beendete.

Siegerpose: Marcel Kittel gewinnt mit einem fantastischen Finish die prestigereiche Abschlussetappe der Tour de France. AFP

Siegerpose: Marcel Kittel gewinnt mit einem fantastischen Finish die prestigereiche Abschlussetappe der Tour de France.

ParisVincenzo Nibali genehmigte sich auf seiner Tour d'Honneur einen Schluck Champagner, Marcel Kittel sprintete auf der Champs Élysées in die Rekordbücher. Nach 3660,5 Kilometern ist bei der 101. Tour de France mit dem ersten italienischen Triumph seit 1998 und einer deutschen Bestmarke am Sonntag der Vorhang gefallen. Beim großen Finale auf dem Pariser Prachtboulevard untermauerte Kittel seinen Ruf als weltbester Sprinter und sorgte für den historischen siebten deutschen Etappensieg. Der Blondschopf aus Arnstadt egalisierte zugleich seine persönliche Bestmarke von vier Tageserfolgen.

Als Kittel nach 137,5 Kilometern den „Sprint Royal“ unter dem Jubel von hunderttausenden Zuschauern vor Alexander Kristoff (Norwegen) und Ramunas Navardauskas (Litauen) gewann, hatte Nibali seine erste kleine Feier auf dem Rad bereits hinter sich. Mit einem Vorsprung von 7:52 Minuten auf den Franzosen Jean-Christophe Peraud und dessen Landsmann Thibaut Pinot (+ 8:24) hatte der Sizilianer den größten Vorsprung seit Jan Ullrich vor 17 Jahren herausgefahren. „Dieser Sieg ist etwas Besonderes für mich. Richtig realisieren werde ich das erst in einigen Tagen“, sagte Nibali, der als siebter Italiener die Frankreich-Rundfahrt gewann und erstmals seit Marco Pantani wieder die italienische Hymne erklingen ließ.

Und Nibali gewann die Tour in einer Art und Weise wie selten ein Fahrer in der jüngeren Vergangenheit. Er trumpfte auf jedem Etappenprofil fast nach Belieben auf, bergauf, bergab, sogar auf der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Piste von Arenberg. Der 29 Jahre alte Kapitän war der Alleskönner im Peloton, dem aber auch frühzeitig die Konkurrenten durch schwere Stürze ausgegangen waren. Der angedachte Dreikampf war durch das verletzungsbedingte Aus von Vorjahressieger Chris Froome und dem zweimaligen Champion Alberto Contador ausgefallen.

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Er habe den Sieg nicht gestohlen, sagte Nibali und verwies darauf, dass er noch vor dem Ausfall Contadors einen stattlichen Vorsprung herausgefahren hatte. Bei allen herausragenden Leistungen fuhren beim „Hai von Messina“ aber auch Zweifel mit. Das hatte vor allem mit seinem höchst umstrittenen Arbeitgeber Astana zu tun, bei dem fast die komplette sportliche Leitung angeführt vom früheren Skandalfahrer Alexander Winokurow eine aktenkundige Doping-Vergangenheit besitzt. Ansonsten wurde die Tour-Ruhe aber gewahrt, wie im Vorjahr gab es bisher keinen Dopingfall.

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