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04.01.2010

15:16 Uhr

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Digel sieht "die Grundfesten des Sports wanken"

Aufgrund von Korruption, Betrug und Gewalt sieht der Sportsoziologe Helmut Digel "die Grundfesten des Sports wanken". Außerdem gehe laut Digel die Vorbildfunktion verloren.

Der Sportsoziologe Helmut Digel warnt vor einer Selbstzerstörung des Sports. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Der Sportsoziologe Helmut Digel warnt vor einer Selbstzerstörung des Sports. Foto: Bongarts/Getty Images

Der Sportsoziologe Helmut Digel hat angesichts der wachsenden Zahl von Betrugsfällen vor einer Selbstzerstörung des Sports gewarnt. "Die Grundfesten des Sports wanken schon länger, auch wenn einige Funktionäre es nicht wahrhaben wollen. Für distanzierte Beobachter ist offensichtlich, dass Korruption, Betrug, Manipulation und Gewaltausschreitungen die positiven Werte des modernen Sports längst infrage stellen", sagte der Professor der Universität Tübingen, langjähriger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), im kicker-Interview.

Der Hochleistungssport gefährde sich dabei selbst, weil er Betrugsdelikte nicht ausreichend bekämpfe und präventive Maßnahmen fehlen würden, meinte der 65-Jährige und kam zu der Erkenntnis: "Der Hochleistungssport hat seine Vorbildfunktion weitestgehend verloren."

Schuld daran sei vor allem die zunehmende Kommerzialisierung, meinte Digel. Ein weiteres Problem sei, dass es nicht mehr möglich sei, "angesichts des umfassenden Dopingbetrugs saubere von den betrügenden Athleten zu unterscheiden", sagte das Council-Mitglied des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf.

© SID

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