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19.01.2007

14:43 Uhr

Allgemein Doping

Baumert sichert Überprüfung der "Miss-Tests" zu

Der am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gewählte Armin Baumert hat die Überprüfung der angeblich nicht zu Stande gekommenen Dopingkontrollen zugesichert.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) reagiert auf den ARD-Bericht vom Mittwoch und will die hohe Zahl so genannter "no shows" (nicht zu Stande gekommene Dopingkontrollen) bis Ende nächster Woche überprüfen. Dies bestätigte der am Donnerstag zum neuen Nada-Vorsitzenden gewählte Armin Baumert dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Für Baumert ("Diese Listen stammen nicht aus unserem Haus") ist klar, dass die Quote der zu bestrafenden "Miss-Tests" unter den 400 Kontrollen relativ gering sein wird, auch weil Athleten nach privater Abwesenheit und teilweise mehreren vergeblichen Anläufen der Fahnder dann oft Stunden später problemlos getestet werden konnten. Aber der frühere Leistungssport-Direktor des Deutschen Sportbundes (DSB) macht bezüglich Kommunikationsproblemen zwischen verschiedenen Ebenen deutlich: "Bis kommenden Freitag wird klar sein, wie viele Defizite es bei der Nada im eigenen Haus gegeben hat oder wie viele Fälle den Fachverbänden anzulasten sind."

Auf Baumerts Zahlen warten auch der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) und der Sportausschuss des Deutschen Bundestages, der sich auf einer Sondersitzung am 31. Januar ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.

Baumert stärkt Nada-Geschäftsführer Augustin den Rücken

Armin Baumert, bis 2010 Chef des neuen siebenköpfigen Nada-Vorstands als Nachfolger von Peter Busse, der seit der Nada-Gründung im November 2002 an der Spitze stand, stellte sich vor den zuletzt in die Kritik geratenen Nada-Geschäftsführer Roland Augustin: "Er ist ein guter Fachmann für diese Position, auch wenn er jetzt etwas in der Schusslinie steht."

Der neue Nada-Chef sagt: "Die Phase des Aufbaus ist definitiv passe. Jetzt geht es in der Nada um Konsolidierung und Optimierung der Arbeit." Baumert sieht vor allem zwei strategische Aufgaben. "Einmal ist dies die Verbesserung des Kontrollsystems, zum anderen die Prävention. Wir wollen nicht jammern, dass wir mit acht Stellen zu wenig Personal und zu wenig Geld haben. Jammern wäre zwar in der Sache richtig, aber Jammern hilft nichts. Stattdessen wollen wir aus dem Vorhandenen das Bestmögliche machen. Darin sind sich alle Vorstandsmitglieder einig."

"Ich halte den Weg, den die Politik nach monatelanger Diskussion aufgezeigt hat, für einen sehr vernünftigen Kompromiss", sagt Baumert zum neuen Gesetz, das der Bundestag am Tag seiner Wahl zum Nada-Chef auf den Weg brachte. Allerdings gelte es jetzt, sauber die Frage zu lösen, was bei der Besitzstrafbarkeit für Dopingsubstanzen unter "nicht geringer Menge" zu verstehen sei.

© SID

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