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01.01.2009

14:07 Uhr

Allgemein Sportpolitik

Rogge: Sechs große Ziele für zweite Amtszeit

IOC-Präsident Jacques Rogge hat in einem Interview die Ziele für seine zweite Amtszeit vorgegeben. Der Belgier will sich im Oktober 2009 in Kopenhagen zur Wiederwahl stellen.

IOC-Präsident Jacques Rogge. Foto: AFP SID

IOC-Präsident Jacques Rogge. Foto: AFP

Jacques Rogge hat in einer "Neujahrsansprache" sechs große Ziele für seine zweite Amtszeit als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) genannt. Die Stärkung des Wertekatalogs der olympischen Bewegung, der Fortgang der Reform des Schiedsrichterwesens, der Kampf gegen illegale Wetten, die Fortsetzung der Serie guter Olympischer Spiele, der erfolgreiche Aufbau der Jugendspiele, die 2010 in Singapur erstmals stattfinden, sowie der Erhalt der IOC-Einnahmen liegen dem Belgier am Herzen. Das sagte Rogge im Interview der Süddeutschen Zeitung.

"Das ist genug für vier Jahre", sagte der 66 Jahre alte Chirurg, der sich auf der 121. IOC-Session im Oktober 2009 in Kopenhagen zur Wiederwahl stellt. Er ist seit 2001 im Amt.

Im Rückblick auf die Krise der olympischen Bewegung im Vorfeld der Sommerspiele von Peking rechtfertigte Rogge noch einmal die Zurückhaltung des IOC im Umgang mit Gastgeber China. "Ich finde, wir haben das Maximum erreicht. Die Spiele wären ein Fiasko geworden, wenn wir mit China aggressiv umgegangen wären."

Er sei überzeugt, dass das IOC den Chinesen ein paar klare Botschaften gesandt habe. Zugleich räumte Rogge mit Blick auf die Vorkommnisse im März 2008 in Tibet aber ein: "Wir haben eindeutig die blutigen Unruhen unterschätzt. Ab da waren wir nicht mehr die Handelnden, wir mussten reagieren."

Als Legende bezeichnete der Mediziner die in Deutschland verbreitete Nachricht, in Peking seien vorhandene Testverfahren für mögliche neue Varianten anaboler Designer-Steroide sowie für die muskelaufbauenden Sarms nicht eingesetzt worden. Dafür habe es genau wie für Eigenblutdoping keine zugelassenen Tests gegeben, erklärte der IOC-Präsident. Zugleich machte er Hoffnung auf weitere Nachtests außer auf - wie bereits geplant - das Blutdopingmittel Cera sowie Insulin: "Sarms werden wir testen, sobald das möglich ist - in einigen Wochen."

Trotz Finanzkrise und alarmierender Berichte über den Stand der Vorbereitungen auf die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi zeigte sich Rogge unbesorgt. "Uns ist zugesichert, dass im Fall eines Defizits an Privatgeldern die Regierung einsteigt."

Der IOC-Chef verteidigte auch noch einmal die Entscheidung, vorerst keinen Vertrag für die Übertragung der Winterspiele 2014 und der Sommerspiele 2016 mit der EBU, dem Zusammenschluss der öffentlich-rechtlichen Sender Europas, zu schließen: "Die Ausschreibung erbrachte ordentliche Offerten der staatlichen Bewerber, aber die Privaten boten mehr. Also werden wir abschließen, denn diese Firmen haben uns gesagt, sie sind bereit, für 2014/2 016 zu unterschreiben."

© SID

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