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16.01.2011

16:13 Uhr

American Football NFL

Brady und Co. hoffen auf Vollmers Qualitäten

Im Play-off-Viertelfinale der NFL trifft Sebastian Vollmer mit den New England Patriots auf die New York Jets. Der Einsatz des Düsseldorfers (Schienbeinverletzung) ist fraglich.

Sebastian Vollmer wurde im April 2009 von den Patriots verpflichtet. Foto: SID Images/pixathlon SID

Sebastian Vollmer wurde im April 2009 von den Patriots verpflichtet. Foto: SID Images/pixathlon

Unter der Woche geriet die Welt von Sebastian Vollmer für ein paar Stunden aus den Fugen. Das Schienbein des einzigen deutschen Profis in der National Football League (NFL) schmerzte. Kurze Trainingspause, aber scheinbar nichts Ernstes. Sein Einsatz im Play-off-Viertelfinale am heutigen Sonntagabend gegen die New York Jets ist jedoch fraglich. Das Training am Freitag konnte Vollmer nicht komplett absolvieren. Vollmer hasst es, wenn seine tägliche Routine durcheinandergerät. Der Right Tackle von Super-Bowl-Favorit New England Patriots braucht geregelte Abläufe, klare Strukturen, einen festen Fahrplan. Auch nach knapp sieben Jahren in den USA ist Vollmer eben immer noch "Made in Germany".

Seine Wertarbeit wird jenseits des Atlantiks geschätzt. Vollmer ist einer der Bodyguards von Tom Brady. Wenn sich die gegnerischen Abwehrreihen auf den Star-Quarterback der Patriots stürzen, ist der Deutsche gefragt. Niemand darf zu Brady vordringen, ihn behindern oder gar zu Boden reißen. Vollmer schuftet, damit sein Spielmacher glänzen und unversehrt zu seiner Supermodel-Ehefrau Gisele Bündchen zurückkehren kann. Ein Knochenjob für echte Kerle. Bei Vollmer verteilen sich 143 Kilogramm Gewicht auf 2,03 Meter Größe. Er weiß, wie er seine bullige Erscheinung einzusetzen hat.

"Ich kann mich absolut auf Sebastian verlassen. Er macht einen großartigen Job, ist ein sehr reifer Spieler und wird immer besser", lobt Brady, der in der laufenden Saison seinen vierten Super Bowl mit New England holen will. Die Vorzeichen stehen gut. Die reguläre Saison schlossen die Patriots mit 14:2-Siegen ab. Kein anderes Team der NFL war besser. Zum Auftakt der Play-offs konnten Brady, Vollmer und Co. dank eines Freiloses ausspannen. Nun kommen die Jets, die von den "Pats" beim letzten Aufeinandertreffen im vergangenen Dezember mit einer 3:45-Packung nach Hause geschickt worden waren.

In Boston und Umgebung ist die Euphorie entsprechend groß. Doch Vollmer bremst die Erwartungen. "Wir haben noch nichts erreicht und denken nur von Spiel zu Spiel. Der Super Bowl spielt in unseren Köpfen noch keine Rolle", sagt der 26-Jährige und gibt sich damit fast schon redselig. Vollmer redet nämlich eigentlich nicht viel und sagt oft noch viel weniger. Er zeigt sich fokussiert, schweigsam, zuverlässig - lässt lieber Taten als Worte sprechen.

Der Erfolg gibt ihm Recht. Als Vollmer im April 2009 von den Patriots verpflichtet wurde, war er selbst für einige Experten ein unbeschriebenes Blatt. Danach ging es kontinuierlich bergauf. In der laufenden Saison stand er in allen 16 Spielen von Beginn an auf dem Feld. Der gebürtige Düsseldorfer ist Stammspieler und Leistungsträger. Dabei hatte er erst im Alter von 14 Jahren seine Vorliebe für den Football entdeckt. Zuvor war er Schwimmer.

Gemeinsam mit Ex-Weltmeister Thomas Rupprath zog er in einer Trainingsgruppe in Neuss seine Bahnen. Rupprath schlägt sich derzeit bei RTL durchs australische Dschungelcamp, Vollmer kämpft um die NFL-Krone und das Ticket nach Texas. Am 6. Februar wird in Dallas der Super Bowl ausgetragen. Wenn alles nach Plan läuft, sollte New England dabei sein. Vollmer wird alles dafür tun. Er hasst Überraschungen.

© SID

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