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09.01.2010

09:52 Uhr

American Football NFL

Drei Siege trennen Vollmer vom Super Bowl

In den NFL-Play-offs wird ab heute ausgesiebt bis die beiden Super-Bowl-Teilnehmer feststehen. Sebastian Vollmer von den New England Patriots bringt eine deutsche Note ein.

Sebastian Vollmer (r.) und seine New England Patriots träumen vom Super Bowl. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Sebastian Vollmer (r.) und seine New England Patriots träumen vom Super Bowl. Foto: Bongarts/Getty Images

Der Rookie aus dem Rheinland träumt vom Super Bowl: Nur drei Spiele sind Sebastian Vollmer und die New England Patriots noch vom Endspiel der US-amerikanischen Football-Profiliga NFL am 7. Februar in Miami entfernt. Zum Play-off-Auftakt am Sonntag geht es für den einzigen Deutschen in der NFL mit seinem Team gegen die Baltimore Ravens. "Bisher haben wir noch nichts erreicht. Auch jetzt denken wir nur von Spiel zu Spiel", sagt der 25-Jährige, dessen persönliche Saisonbilanz allerdings selbst im Falle einer Niederlage gegen die Ravens positiv ausfallen dürfte.

Im vergangenen April war Vollmer von den Patriots bereits in der zweiten Draft-Runde ausgewählt worden - als erster Deutscher überhaupt. Es folgten Wochen zwischen Hoffen, Bangen und harter Arbeit. Zum Saisonstart hatte er es schließlich ins Aufgebot des dreimaligen Super-Bowl-Champions geschafft, im ersten Pflichtspiel gegen die Buffalo Bills verbuchte Vollmer sogleich seine ersten Minuten in der vielleicht härtesten Liga der Welt.

14 Einsätze, achtmal von Beginn an

Der Anfang war gemacht, 13 weitere Einsätze folgten. Achtmal stand Vollmer sogar in der Anfangsformation. Nur zweimal fehlte der Tackle im Kader seines Teams. Eine Gehirnerschütterung hatte ihn außer Gefecht gesetzt. "Sebastian hat in dieser Saison einen sehr guten Job für uns gemacht. Wir sind froh, dass wir ihn haben", sagt New Englands Head Coach Bill Belichick: "Er wird immer besser, ist sehr talentiert und ein harter Arbeiter."

Letzteres stellt Vollmer Tag für Tag unter Beweis. Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker, 15 Stunden später ist er in der Regel wieder daheim. "Freizeit habe ich eigentlich nie", sagt Vollmer, der erst im Alter von 14 Jahren seine Liebe zum Football entdeckte. Über die Düsseldorf Panther ging es ans College zu den Houston Cougars und schließlich in die NFL.

Zuvor hatte es der Kaarster mit Schwimmen versucht und in Neuss in einer Gruppe mit Ex-Weltmeister Thomas Rupprath trainiert. "Aber ich brauchte etwas, das ein wenig aufregender ist", meint Vollmer, vor dem bisher einzig Constantin Ritzmann deutsche Einsatzminuten als NFL-Feldspieler erleben durfte. Der Berliner brachte es 2005 aber nur auf ein Spiel für die Atlanta Falcons.

"Bodyguard" für Brady

Für Vollmer ist der Nervenkitzel fast zum Alltag geworden. Als Offensive Tackle muss Vollmer Star-Quarterback Tom Brady vor den Angriffen der gegnerischen Verteidiger schützen. Macht er seinen Job gut, hat der Spielmacher die nötige Zeit, entscheidende Pässe zu spielen. Erfüllt Vollmer seine Aufgabe nicht, haben die Patriots keine Siegchancen und Brady muss zu Hause von seiner Topmodel-Ehefrau Gisele Bündchen zusammengeflickt werden.

Läuft alles nach Plan, stoßen die Bradys nach der Partie gegen Baltimore aber auf den Einzug in die nächste Play-off-Runde an. Zum Auftakt der Ausscheidungsspiele treffen am Sonntag zudem Vorjahresfinalist Arizona Cardinals und die Green Bay Packers aufeinander. Bereits hute stehen sich die Cincinnati Bengals und die New York Jets sowie die Dallas Cowboys und die Philadelphia Eagles gegenüber.

Die Top-Favoriten San Diego Chargers, New Orleans Saints, Indianapolis Colts und Minnesota Vikings haben in der ersten Play-off-Runde derweil ein Freilos.

© SID

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