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26.09.2013

03:43 Uhr

America's Cup

Der totale Triumph

VonAxel Postinett

Beim letzten Lauf des America's Cup segelt ein US-Boot zuerst über die Ziellinie - und damit ein Team, das mit einem riesigen Rückstand zu kämpfen hatte. Doch mit dem Sieg hat sich auch die Regatta dramatisch verändert.

Oracle Team USA beim Einsegeln vor der Golden Gate Bridge in San Francisco. Stunden später knallen die Sektkorken.  (Foto: Ezra Shaw/Getty Images/AFP) AFP

Oracle Team USA beim Einsegeln vor der Golden Gate Bridge in San Francisco. Stunden später knallen die Sektkorken. (Foto: Ezra Shaw/Getty Images/AFP)

San FranciscoBeinahe ungefährdet brachte das Oracle Team USA am Mittwoch das entscheidende 19. Rennen des 34. America's Cup nach Hause. Nach kurzer Führung musste das Team von Emirates Neuseeland an der zweiten Wende die Amerikaner vorbeiziehen lassen und hatte danach keine echte Chance mehr, in das Rennen einzugreifen.

Mit souveränem Vorsprung von 44 Sekunden fuhr das Boot von Software-Milliardär Larry Ellison den Sieg ins Ziel. Der Silberkrug, die Trophäe in einem ältesten durchgängig ausgetragenen Sportwettkämpfe der Welt, bleibt in den USA.

Frenetischer Applaus, knallende Sektkorken und ein Konzert aus Schiffsirenen und Nebelhörnern begleiteten am zum Bersten gefüllten Pier 27 das wohl unglaublichste Comeback in der Sportgeschichte. Einen praktisch aussichtslosen Rückstand von 1:8 verwandelten die Amerikaner in einen hauchdünnen 9:8-Sieg und hinterlassen eine gedemütigte Segelnation Neuseeland.

Im Kampf der High-Tech-Boliden hatten die "Kiwis" der geballten Macht des Silicon Valley am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Am Ende waren es rund 700 Meter, die die beiden Boote trennte.

America's Cup: Das unmögliche Comeback

America's Cup

Das unmögliche Comeback

Die Mannschaft von Oracle-Chef Larry Ellison hat das Unmögliche möglich gemacht. Aus einem hoffnungslosen 8:1-Rückstand gegen Neuseeland im America's Cup wurde am Dienstag nach beispielsloser Aufholjagd ein Gleichstand.

Das spektakuläre Finale der Segelregatta steht in krassem Missverhältnis zum bisherigen Verlauf, der von Langeweile, Pleiten, Pech, Pannen und einem tragischen Todesfall überschattet war. Am 9. Mai war ein Segler des schwedischen Teams bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen. Im Nachgang verschärften die Veranstalter die Sicherheitsbestimmungen.

Richtige Stimmung kam nicht auf, weil eigentlich nie etwas los war. Statt wie erhofft elf bis 15 Mannschaften waren nur drei Herausforderer nach San Francisco gekommen, die hohen Kosten von bis zu 100 Millionen Dollar für die Teilnahme hatten für Ernüchterung gesorgt.

Die Kostenexplosion ist auf die neue, gigantische Bootsklasse zurückzuführen, die erstmals zum Einsatz kam und die heute schon als „Formel 1 des Wassersports“ bezeichnet wird. Und wie zuvor die Formel 1 steht jetzt der America's Cup vor dem Problem, dass die immensen Kosten für den laufenden Betrieb immer mehr Mannschaften ins Aus drängt.

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