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29.01.2005

14:12 Uhr

Angebliche Zeugenaussagen

Hertha wehrt sich gegen Vorwürfe

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat Meldungen bestritten, nach denen drei Spieler des Vereins in den Schiedsrichter-Skandal um manipulierte Spiele verstrickt sein sollen. Der Verein prüft nun rechtliche Schritte gegen diejenigen, die Vorwürfe erhoben haben.

Schiedsrichter Robert Hoyzer. Foto: dpa

Schiedsrichter Robert Hoyzer. Foto: dpa

HB BERLIN. Das berichtet der "Tagesspiegel am Sonntag". Ein hoher Vereinsfunktionär sagte dem Blatt: "Wir können das hundertprozentig ausschließen. Und wir prüfen rechtliche Schritte gegen diejenigen, die diese Behauptung verbreiten." Nach Informationen des "Tagesspiegel" soll der unter Betrugsverdacht stehende Schiedsrichter Robert Hoyzer bei seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft erklärt haben, dass kein Hertha - und kein Erstliga-Spieler betroffen sei.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte unter Berufung auf einen aus Kroatien stammenden Mann, der am Freitagabend bei einer Polizei- Razzia festgenommen wurde, berichtet, drei Hertha-Spieler seien in den Skandal verwickelt. Das Trio sei am 22. September beim DFB - Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig zum Einsatz gekommen, das die Berliner durch ein Eigentor in der 80. Minute mit 2:3 verloren hatten.

Nach Erkenntnissen des Vereins waren Spieler in der Vergangenheit zwar auch Gast des Cafés, das am Freitag durchsucht wurde, der Vereinsfunktionär aber sagte: "Nähe heißt nicht gleich Täterschaft." Die Vereinsführung habe mit jedem einzelnen Spieler bereits intensiv gesprochen. Auch am Samstag sollten die Spieler noch einmal von den Clubverantwortlichen befragt werden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich zu den Vorwürfen gegen Berliner Spieler nicht äußern. "Der Kontrollausschuss macht derzeit aus ermittlungstechnischen Gründen keine weiteren Aussagen, wird aber wie schon in den vergangenen Tagen auch alle Vorwürfe überprüfen, um die Angelegenheit lückenlos aufzuklären. Basis der Ermittlungen sind konkrete Beweismittel, insbesondere Zeugenaussagen", erklärte Horst Hilpert, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses. Unterdessen liegen dem DFB noch immer keine Details über die staatsanwaltschaftliche Vernehmung von Hoyzer vor. "Wir werden alles daransetzen, die Unterlagen so schnell wie möglich zu bekommen", sagte DFB-Pressechef Harald Stenger am Samstag. Bisher sei dem Verband lediglich das Aktenzeichen der Vernehmung mitgeteilt worden, bei der der Schiedsrichter erstmals Details des Manipulationsskandals publik gemacht hatte.

Hertha-Spieler geben eidesstattliche Erklärung ab

Drei Spieler von Fußball-Bundesligist Hertha BSC haben am Samstag eidesstattliche Erklärungen abgegeben, dass sie nicht in Wettmanipulationen verwickelt sind. "Alexander Madlung, Josip Simunic und Nando Rafael haben erklärt, dass sie mit diesen Dingen nichts zu tun haben", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß auf einer Pressekonferenz. Zugleich habe der Verein allen Spielern untersagt, Wetten auf Spiele von Hertha BSC abzuschließen, sagte Hoeneß.

"Wir haben das gelesen in den Agenturen - soweit ich das lesen konnte, behauptet das Magazin ausschließlich, dass Hertha-Spieler Gäste gewesen seien in dem Cafe. Also, da muss ich nun sagen, das alleine reicht nicht aus, so weit reichende Beschuldigungen zu erheben", erklärte Hertha-Präsident Bernd Schiphorst am Samstag im inforadio des RBB.

Schiphorst erklärte weiter, bisher sei der Verein in die Ermittlungen nicht einbezogen, dies sei Angelegenheit der Staatsanwaltschaft. In dem Augenblick, in dem man mehr wisse, könne man sich zu den Vorwürfen äußern. Zu einem möglichen Vorgehen gegen die aktuellen Berichte sagte Schiphorst: "Auf dieser dünnen Formulierung so weit reichende Beschuldigen zu erheben, ... da ist es hohe Zeit, dass wir rechtliche Schritte einleiten - auch gegen solche Veröffentlichungen." Man müsse bei den Fakten bleiben und die gebe es seinen Informationen nach bisher nicht.

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