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09.09.2016

06:59 Uhr

Angelique Kerber

„Die neue verdiente Nr. 1 der Welt!!! Unglaublich. Du Champ!!!“

„Das ist einfach unglaublich!“: Angelique Kerber übernimmt die Führung der Weltrangliste – als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf. Die Reaktionen und das nächste Ziel der 28-Jährigen.

US-Open-Finale

Angelique Kerber erklimmt Tennis-Weltrangliste

US-Open-Finale: Angelique Kerber erklimmt Tennis-Weltrangliste

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New YorkAngelique Kerber hat bei den US Open ihr drittes Grand-Slam-Endspiel in diesem Jahr erreicht und als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf die Führung in der Weltrangliste übernommen. Die 28-Jährige aus Kiel gewann am Donnerstag im Halbfinale gegen die Dänin Caroline Wozniacki 6:4, 6:3 und zog zum ersten Mal in ihrer Karriere in New York in das Finale ein.

Dort trifft Kerber am Samstag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) auf Karolina Pliskova. Die Tschechin warf im ersten Halbfinale Serena Williams aus dem Turnier und sorgte schon damit für den Wechsel an der Spitzenposition. Vom kommenden Montag an wird Kerber 19 Jahre nach Steffi Graf die beste Tennisspielerin auf der WTA-Tour sein.

„Das ist einfach unglaublich. Es ist ein großartiger Tag. Hier zum ersten Mal im Finale zu stehen und die Nummer eins der Welt zu sein, klingt toll“, sagte Kerber. „Die erste Deutsche seit Steffi zu sein, ist fantastisch. Ich denke, sie ist stolz auf mich.“

Angelique Kerbers langer Weg zur Nimmer eins

2003

In Berlin ist Kerber mit 15 erstmals bei einem WTA-Turnier dabei. Nach einem Sieg gegen die spätere Wimbledonsiegerin Marion Bartoli scheidet sie aber in der zweiten Runde der Qualifikation aus.

2006

Im belgischen Hasselt steht Kerber erstmals bei einem WTA-Turnier im Hauptfeld. Im Achtelfinale verliert sie gegen die spätere Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic aus Serbien.

2007

Kerber gewinnt vier Titel auf der zweitklassigen ITF-Ebene. Am 14. Mai ist sie erstmals in den Top 100. In 's-Hertogenbosch erreicht sie ein Viertelfinale auf der WTA-Tour. Bei den French Open, in Wimbledon und bei den US Open taucht ihr Name im Hauptfeld auf, sie scheitert aber jeweils zum Auftakt. In der Relegation der Weltgruppe tritt sie zum ersten Mal für das Fed-Cup-Team an.

2008

Bei den Australian Open zieht sie erstmals in die zweite Runde eines Grand Slams ein. Sie schließt das Jahr mit zwei ITF-Titeln ab.

2009

Auf der WTA-Tour und bei den Grand Slams kommt Kerber nicht über die zweite Runde hinaus. Sie gewinnt einen ITF-Titel.

2010

Am 5. Juli steht die Kielerin erstmals in den Top 50. In Bogotá erreicht sie erstmals ein Finale auf der WTA-Tour. In Luxemburg am Ende der Saison ist für sie noch ein Halbfinale drin.

2011

Beinahe wäre Schluss gewesen, bevor die Karriere so richtig begonnen hatte. Kerber dachte daran, aufzuhören. Ein frühes Scheitern nach dem anderen reihte sie aneinander. Doch dann zieht sie bei den US Open als Weltranglisten-92. sensationell ins Halbfinale ein.

2012

Der Durchbruch: Top 20 im Februar, Top 10 im Mai, Top 5 am 22. Oktober. Kerber feiert in Paris und Kopenhagen ihre ersten WTA-Titel. In Wimbledon erreicht sie ihr zweites Grand-Slam-Halbfinale. In Cincinnati besiegt sie zum einzigen Mal vor ihrem Erfolg bei den Australian Open Serena Williams.

2013

Kerber gewinnt das Turnier in Linz, beendet das Jahr als Neunte wieder unter den Top Ten. Erstmals nimmt sie an den WTA Finals teil, der Weltmeisterschaft der besten acht Spielerinnen der Saison.

2014

In den Top Ten ist sie etabliert. Viermal steht sie in einem Endspiel, gewinnt aber keinen Titel. Mit dem Fed-Cup-Team muss sie den Final-Triumph in Prag den Tschechinnen überlassen.

2015

Die deutsche Nummer eins gewinnt die Turniere in Charleston, Stuttgart, Birmingham und Stanford, holt damit so viele WTA-Titel wie in keinem Jahr zuvor. Bei den Grand Slams schafft sie es nicht über die dritte Runde hinaus. Mit Victoria Asarenka liefert sie sich bei den US Open ein Match, das als eines der besten des Jahres gilt.

Anfang 2016

Bei den Australian Open gewinnt Kerber in ihrem ersten Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier gegen Serena Williams und kürt sich zur ersten deutschen Major-Siegerin seit Steffi Graf. Bei den French Open scheitert sie zwar in der ersten Runde, erreicht in Wimbledon aber das Finale. Sie verliert 5:7, 3:6 gegen Serena Williams.

Mitte 2016

Bei den Olympischen Spielen holt sie Silber. Beim Turnier in Cincinnati hat sie danach die Chance auf Platz eins der Weltrangliste, unterliegt im Endspiel aber Karolina Pliskova. In New York macht sie es noch besser als 2011. Sie wird die neue Nummer eins der Welt, erreicht das Endspiel – und nimmt Revanche an der Tschechin.

Boris Becker gratulierte umgehend. „Meine größte Wertschätzung...”, twitterte der dreimalige Wimbledonsieger, nachdem Kerber in New York mit dem Sieg über die Dänin Caroline Wozniacki in das Endspiel eingezogen war. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner ist stolz. „So, wir haben die neue verdiente Nr.1 der Welt!!! Unglaublich. Du Champ!!! Genieß das Finale!!!”, twitterte Rittner.

Williams verlor 2:6, 6:7 (5:7) gegen Pliskova und haderte: „Heute hat nicht viel richtig gut geklappt. Ich habe viele Fehler gemacht und habe nicht so gut gespielt wie zuvor.“ Die 34-Jährige hätte das Endspiel erreichen müssen, um eine Chance auf die Verteidigung ihrer Führung in der Weltrangliste zu haben. „Ich rede jetzt nicht über die Nummer eins“, sagte die leicht am Knie verletzte Williams.

Kerber hatte die Fragen nach der Chance auf Platz eins im Branchenranking zuletzt immer wieder von sich gewiesen. „Wenn es so kommt, wäre das unglaublich“, hatte die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio gesagt. „Ich konzentriere mich hier jetzt nicht auf die Nummer eins, sondern auf Matches, die ich gewinnen möchte. Ich fühle mich gut. Schauen wir mal, was die nächsten Tage und Wochen so bringen“, sagte sie nach ihrem Achtelfinal-Einzug.

Nun hat sie ohne Satzverlust das Endspiel in Flushing Meadows erreicht. Im Achtelfinale gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova, im Viertelfinale gegen die Vorjahresfinalistin Roberta Vinci und jetzt in der Vorschlussrunde gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Wozniacki zeigte Kerber Weltklasse-Leistungen. Sie ist die erste Deutsche im US-Open-Finale seit Graf im Jahr 1996.

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