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19.01.2016

18:06 Uhr

ARD und ZDF

Handball-WM 2017 wohl nur verschlüsselt

Der Vermarkter beIN will die Handball-WM nur gesichert per Satellit übertragen lassen. ARD und ZDF wollen daher auf eine Live-Übertragung verzichten. Wandert die WM erneut ins Pay TV?

Im Spiel gegen Schweden setzte sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Polen durch. Bei der WM dürften solche Bilder den Kunden von Pay-TV-Angeboten vorbehalten bleiben. dpa

EM-Sieg in Polen

Im Spiel gegen Schweden setzte sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Polen durch. Bei der WM dürften solche Bilder den Kunden von Pay-TV-Angeboten vorbehalten bleiben.

HannoverNach dem deutschen Vorrundensieg gegen Schweden bei der Handball-EM haben ARD und ZDF erneut darauf hingewiesen, bei der nächsten WM 2017 wohl keine Live-Spiele zeigen zu können. Demnach sehen sich die beiden öffentlich-rechtlichen Sender nicht in der Lage, die technischen Forderungen von Rechteinhaber beIN Sports aus Katar umsetzen zu können. Die Agentur fordert, dass nur Sender mit einer verschlüsselten Satellitenausstrahlung die Weltmeisterschaft im kommenden Januar in Frankreich live ausstrahlen dürfen.

„Das bedeutet, dass über 18 Millionen Satelliten-Haushalte, das sind fast die Hälfte aller TV-Haushalte in Deutschland, die Handball-Übertragungen nicht empfangen könnten. Für ARD/ZDF ist damit nach aktuellem Stand keine umfassende Live-Berichterstattung von der Handball-WM 2017 vorstellbar“, hieß es am Dienstag in einer ZDF-Erklärung.

Der Modus der Handball-Weltmeisterschaft

2013

24 Mannschaften nehmen an der Handball-WM in Spanien (11. bis 27. Januar) teil.

Vorrunde bis Finale

Die Vorrunde wurde in vier Sechsergruppen gespielt. Die jeweils besten vier Teams der Gruppen, in denen zunächst jeder gegen jeden spielt, qualifizierten sich für das Achtelfinale und ermitteln nun im K.O.-System den neuen Weltmeister.

Der Presidents-Cup

Die beiden Letztplatzierten der Gruppen spielen im Presidents-Cup um die Plätze 17 bis 24.

Deutschlands Gegner

Die deutsche Mannschaft traf in der Vorrundengruppe A auf Brasilien (33:23), Afrikameister Tunesien (23:25), Argentinien (31:27), Montenegro (29:21) sowie Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich (32:30). Im Achtelfinale siegte das Heuberger-Team 28:23 gegen Mazedonien, im Viertelfinale wartet Ausrichter Spanien, in einem möglichen Halbfinale der Sieger aus der Partie Russland gegen Slowenien.

Das Ziel

Bundestrainer Martin Heuberger nannte im Vorfeld das Erreichen des Achtelfinales als Ziel - das wurde inzwischen bereits übertroffen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es keine bewegten Bilder von der WM in Katar im Free-TV gegeben. Nach gescheiterten Verhandlungen mit mehreren deutschen Medien-Unternehmen hatte sich Sky die deutschen Rechte gesichert und die Spiele im Pay-TV für seine Kunden gezeigt.

Rechteinhaber beIN Sports ist eine Tochtergesellschaft des katarischen TV-Imperiums Al Jazeera. Die Internationale Handball-Föderation (IHF) hatte die weltweiten TV-Rechte für die Rekordsumme von rund 80 Millionen Euro verkauft. Der Kontrakt umfasst je zwei Weltmeisterschaften bei den Männern sowie bei den Frauen (2015 und 2017). Die Frauen-WM in Dänemark im vergangen Dezember war nicht im deutschen Fernsehen gezeigt worden.

Von der aktuellem EM in Polen zeigen beiden Sender alle deutschen Spiele live. Die zweite Halbzeit des deutschen Vorrundenspiels am Montagabend gegen Schweden (27:26) sahen 4,34 Millionen Zuschauer (13,3 Prozent Marktanteil) in der ARD.

Von

dpa

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