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12.01.2005

18:35 Uhr

Auch in Deutschland gelten entsprechende Ausländerklauseln

Ausländerregel im Profisport vor dem Aus

VonJan Keuchel

Dem Profisport in Europa, insbesondere im Bereich Fußball, steht ein tiefgreifender Wandel bevor. Nach Informationen des Handelsblatts will die Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Christine Stix-Hackl, die so genannte Ausländerregel kippen. Nach dieser Klausel, die in den meisten europäischen Profi-Ligen gilt, dürfen die Vereine derzeit in nationalen Wettbewerben nur eine begrenzte Anzahl von Nicht-EU-Spielern einsetzen.

HB DÜSSELDORF. Stix-Hackl bereitet zurzeit ein Urteil des EuGH zu der Klage des russischen Profi-Kickers Igor Simutenkov vor, der bis 2002 in der spanischen Fußballliga spielte. In ihren Schlussanträgen für das Gericht kommt sie jetzt zu dem Ergebnis, dass die Ausländerregel des spanischen Fußballbundes gegen ein Abkommen mit der Russischen Föderation verstößt. Das Abkommen verbietet die Diskriminierung von russischen Arbeitnehmer in der EU gegenüber EU-Bürgern. In aller Regel folgt der EuGH den Schlussanträgen der Generalanwälte (Az.: C-265/03).

Als Folge könnten damit in den europäischen Profi-Ligen bald nur noch Ausländer auf dem Platz stehen. Denn in den meisten Ligen existieren Bestimmungen, die der spanischen Ausländerklausel ähnlich sind. Zudem bestehen EG-Abkommen wie das mit der Russischen Föderation auch mit anderen Nicht- EU-Ländern, deren Fußballer in Europa derzeit besonders gefragt sind - so etwa das Cotonou-Abkommen mit 77 Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP).

Auswirkungen könnte ein entsprechendes EuGH-Urteil zudem auch auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland haben, glaubt Karl Hamacher, Sportrechtler bei der Kanzlei Linklaters Oppenhoff & Rädler: "Gerade mit Blick auf die in zwei Jahren anstehende WM dürfte dies den Interessen der nationalen Verbände entgegenstehen, möglichst viele junge Talente ihres Landes in den Ligen spielen zu lassen", sagte Hamacher dem Handelsblatt.

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