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07.02.2013

13:47 Uhr

Australien

Der Sport im Würgegriff der Kriminellen

VonUrs Wälterlin

In Australien sind einige der bedeutendsten Sportarten offenbar unter der Kontrolle von Kriminellen. Zudem ist Doping weit verbreitet. Die Fans sind schockiert.

Einige der beliebtesten Sportarten in Australien werden offenbar von Kriminellen kontrolliert. dpa - picture-alliance

Einige der beliebtesten Sportarten in Australien werden offenbar von Kriminellen kontrolliert.

CanberraSportfans in Australien sind erschüttert. Einige der beliebtesten Sportarten, darunter die verschiedenen Formen von Rugby – in Australian Football genannt – werden offenbar von Kriminellen kontrolliert. Wie eine einjährige Untersuchung durch die mächtige Kriminialkommission zutage brachte, ist in vielen Klubs Doping weit verbreitet.

Ein am Donnerstag in Canberra vorgestellter Bericht zeichnet ein Bild enger Verflechtung von organisierter Kriminalität, korrupten Ärzten und Funktionären, sowie einzelnen Spielern. „Die Ergebnisse sind schockierend“, so der australische Justizminister Jason Clare vor den Medien, „sie werden die australischen Sportfans abstoßen“. Einzelheiten gab die Regierung nicht bekannt. Die Untersuchungen gegen die Betroffenen sind im Gange.

Bereits zu Beginn dieser Woche war bekannt geworden, dass sich einzelne Spieler von Sportwissenschaftlern willentlich Substanzen injizieren lassen, die ihre Leistung verbessern sollen, möglicherweise aber illegal sind. Danach hätten sie jeweils ein Papier unterschrieben, das den Club und die beteiligten Personen von jeder Verantwortung entbindet.

Die Kriminalkommission kommt zum Schluss, dass sogar Stoffe zum Doping von Athleten verwendet wurden, die nur für die Verwendung an Tieren zugelassen sind. Namen von verdächtigen Sportlern und Offiziellen nannte Clare nicht, um die Fahndung nach den Schuldigen nicht zu gefährden. „Wenn du betrügen willst, werden wir dich kriegen. Wenn du manipulieren willst, werden wir dich kriegen", warnte Sportministerin Kate Lundy.

Die Behörden werden in den kommenden Monaten auch den Zusammenhang zwischen einzelnen Spielern, Klubs und organisierter Kriminalität untersuchen. Laut dem australischen Fernsehsender ABC könnten gewaltbereite Mitglieder von Motorradclubs im Handel mit illegalen Dopingsubstanzen involviert sein.

Zudem stünden ausländische Spiel- und Wettsyndikate in engem Kontakt mit einzelnen Spitzensportlern.  Der Ausgang von Spielen sei manipuliert worden. Die Vorsitzenden der verschiedenen Verbände kündigten in ihren Klubs Untersuchungen an. Am Abend wurde von Kommentatoren spekuliert, die Sporthierarchie habe von derart weit verbreiteten Verfehlungen und kriminellen Aktivitäten wissen müssen.

Kommentare (2)

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3_monkeys

07.02.2013, 12:53 Uhr

tja so ist es leider, mafiöse strukturen haben sich überall eingenistet, sowohl im Sport, Politik, Wirtschaft, Religion, einfach überall. die guten und ehrlichen sind wie immer die dummen, wir sind immer öfter enttäuscht und wenn sich rausstellt, dass die vorbilder in diesem fall im sport auch mit drinhängen, na dann hilft wohl nix außer abschalten oder mitmachen.

wo dass hinführt weiß keiner, aber verbrechen lohnt sich anscheinend doch.

Account gelöscht!

07.02.2013, 14:27 Uhr

Liebe Leute, es gibt soooo viele Sportarten. Warum rennt Ihr alle hinter Fußball und Co. her?

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