Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2005

19:22 Uhr

Balakow als neuer Coach im Gespräch - Trainer Fanz schaltet Anwalt ein

Hauptsponsor löst Chaos beim KSC aus

Der Hauptsponsor Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat den Machtkampf mit dem Karlsruher SC auf ganzer Linie gewonnen und beim Traditionsclub ein Chaos ausgelöst.

HB KARLSRUHE. Nur sieben Tage nach seiner Verpflichtung wurde Trainer Reinhold Fanz am Dienstagabend beim abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten schon wieder beurlaubt. Doch damit nicht genug: Nur zehn Minuten nach der in einer gemeinsamen Presseerklärung dokumentierten "Verständigung" zog das Präsidium des badischen Traditionsclubs die Konsequenzen und erklärte geschlossen seinen Rücktritt. Vereinspräsident Hubert Raase wird allerdings noch bis September im Amt bleiben.

Entschieden trat Raase Spekulationen entgegen, wonach Winfried Schäfer als Sportdirektor beim Tabellenvorletzten installiert werden soll. "Das ist weit vorbei an der Realität, weil das nicht passieren wird. Winnie weiß dies und zwar persönlich von mir. Von unserer Seite ist er kein Thema", sagte Raase der dpa. Auch über eine mögliche Verpflichtung von Ex-Profi Rainer Ullrich als Coach wurde spekuliert. Ausgeschlossen scheint eine Rückkehr von Spielmacher Thomas Häßler. Das Training beim KSC, der am Mittwoch ein Trainingslager in Belek (Türkei) bezog, übernimmt zunächst Co-Trainer Ede Becker.

Unterdessen will Fanz die Umstände seiner Beurlaubung nach nur einer Woche juristisch prüfen lassen. Dies kündigten die Anwälte des Fußball-Lehrers am Abend in einer Erklärung an. "Durch die Einmischung Dritter wird in nicht hinnehmbarer Weise in vereinsinterne Strukturen eingegriffen. Das Vorgehen schadet nicht nur der Reputation des betroffenen Reinhold Fanz, sondern dem gesamten deutschen Fußball", sagte Rechtsanwalt Adam Ahmed.

"Die Berufung von Trainer Reinhold Fanz durch den KSC erfolgte auf der Grundlage unvollständiger Informationen", hieß es in der Presseerklärung des Clubs. Hintergrund der Trainerposse ist ein sieben Jahre alter Streit zwischen dem EnBW-Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen und Reinhold Fanz. Der 50 Jahre alte Coach, der den entlassenen Lorenz-Günther Köstner ersetzen sollte, hatte dem Oxford- Absolventen während dessen zweimonatiger Präsidentschaft bei Hannover 96 jeglichen Fußball-Verstand abgesprochen, was dieser ihm gerichtlich untersagt hatte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×