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26.01.2006

14:16 Uhr

Basketball Bundesliga

Gänsehaut-Feeling bei Mamic-Rückkehr

Erstmals nach seiner schweren Verletzung hat Matej Mamic im Rahmen des Nachholspiels von Alba Berlin gegen Braunschweig wieder die Max-Schmeling-Halle betreten. Der Kapitän wurde von den Fans begeistert gefeiert.

Zwei Monate nach seinem schweren Unfall betrat Matej Mamic erstmals die Max-Schmeling-Halle. Sein Erscheinen sorgte für Tränen, Standing Ovations und ein Blitzlichtgewitter. Als der Flügelspieler die abgedunkelte Halle im Spot des Scheinwerferlichtes betrat, jubelten die Zuschauer. Alba-Präsident Dieter Hauert herzte erleichtert seinen Kapitän, und es folgten zahlreiche Umarmungen mit Trainer Rödl sowie den Mannschaftskollegen. Der 31 Jahre alte Kroate ließ sich mit Sprechchören feiern und verteilte Kusshände.

"Das war ein perfekter Tag", sagte Mamic, dessen Fans zahlreiche Willkommensgrüße auf Schilder und Transparente gemalt hatten. Erinnerungen an den Unfall wurden wach, als sich Mamic beim Spiel gegen TBB Trier eine schwere Rückenmarkprellung zugezogen hatte und mit Lähmungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Am Rande des 98:78-Sieges der "Albatrosse" gegen Schlusslicht BS/Energy Braunschweig berichtete Mamic in deutsch-englischem Kauderwelsch entspannt über die viele Fanpost sowie den zahlreichen Geschenken. Ein Anhänger überbrachte ihm eine Kapitänsmütze. "Jeder hier kann die Verbindung zwischen dem Alba-Kapitän und den Alba-Fans sehen", sagte Mamic.

Die Atmosphäre beim Nachholspiel gegen Braunschweig beeindruckte nicht nur den Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft, sondern auch den Berliner Vizepräsidenten Marco Baldi: "Das war sehr bewegend. Ich gebe zu, ich musste meine Tränen zurückhalten. Es ist ein Wunder, dass es ihm so schnell nach dem Unfall schon wieder so gut geht."

Ein Comeback bleibt fraglich

Doch ob Mamic je wieder Basketball spielen kann, bleibt im Ungewissen. Denn der dreifache Familienvater hat noch viele kleine Probleme, unter anderem beim Treppensteigen oder bei Bewegungen mit seiner linken Hand. "Die Arbeit mit dem Doktor ist anstrengender als die mit Trainer Henrik Rödl", sagte Mamic. Der behandelnde Arzt des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb), Dr. Andreas Niedeggen, ist sicher, dass Mamic in Zukunft wieder ein normales Leben führen kann: "Aber jetzt fängt ein Prozess der kleineren Fortschritte an. Wir arbeiten nun an Feinheiten, und das wird lange dauern." Ein Comeback noch in dieser Saison sei demnach ausgeschlossen.

"Meine Ärzte sind allesamt Spezialisten. Natürlich bremsen sie mich, weil ich meinen Gesundungsprozess gerne schneller voranbringen möchte als es normal ist", sagte Mamic. Trotz der anstrengenden Reha und der noch fraglichen Weiterentwicklung seiner Gesundheit hat Mamic einen Traum: "Es wird ein großer Tag, wenn ich wieder auf dem Feld stehe und die Alba-Fans nach einer guten Verteidigungsaktion meinen Namen rufen."

© SID

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