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22.01.2008

13:12 Uhr

Basketball Bundesliga

Köln 99ers stellen Insolvenzantrag

Paukenschlag in der Basketball-Bundesliga: Die Köln 99ers haben am Dienstag überraschend einen Insolvenzantrag gestellt. Die Entscheidung gab der bisherige Geschäftsführer Walter Pütz bekannt.

Die Köln 99ers haben am Dienstag mit einem Insolvenzantrag überrascht. Die 99ers stehen somit nach den Bayer Giants Leverkusen als zweiter Traditionsverein vom Rhein vor dem Aus. Dabei droht dem Pokalsieger im Gegensatz zum Rekordmeister aus Leverkusen sogar die sofortige Einstellung des Spielbetriebs in der Basketball-Bundesliga (BBL). Als Grund teilte der deutsche Meister von 2006 mit, dass der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende und Mäzen Herbert Zimmer als Hauptsponsor zahlungsunfähig sei.

"Er hat uns am 15. Januar erklärt, er könne seinen schriftlich vereinbarten Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Somit waren wir gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen", sagte Kölns Geschäftsführer Walter Pütz, der im Zuge des Verfahrens von seinem Amt enthoben wurde. Erst zu Saisonbeginn hatte sich der alte Hauptsponsor Rheinenergie als Namensgeber zurückgezogen.

Mannschaft und Mitarbeiter geschockt

"Die Mannschaft und alle Mitarbeiter haben die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen und waren geschockt. Da sind natürlich persönliche Schicksale mit verbunden", sagte Sportdirektor Stephan Baeck, der aber zusicherte, dass die Uleb-Cup-Partie am Dienstag (19.00 Uhr) gegen den portugiesischen Meister Ovarense Aerosoles stattfinden sollte.

BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zeigte sich von der negativen Entwicklung in der Domstadt überrascht. "Dafür gab es keine Anzeichen. Sie hatten einen soliden und belastbaren Erstligaetat aufgestellt. Ich bedaure das sehr", sagte Pommer. Das Saisonbudget der Kölner soll bei rund drei Mill. Euro liegen. Dass nun ein Großteil des Etats wegbrach, bezeichnete Pommer als "süßes Gift des Mäzenatentums".

Ob der derzeitige Tabellen-Achte den Ligabetrieb weiterführen kann, ist noch ungewiss. Die nächste Partie des dreimaligen Cup-Gewinners (2004, 2005, 2007) ist am Samstag (26. Januar, 20.00 Uhr) bei den Walter Tigers Tübingen angesetzt. BBL-Geschäftsführer Pommer wollte sich vor einer Entscheidung beim vorläufigen Insolvenzverwalter informieren, ob und in welcher Form die Weiterführung des Spielbetriebs beabsichtigt sei.

"Wir wollen das natürlich sehr wohlwollend einschätzen. Eine mögliche Fortsetzung darf aber nicht zur Wettbewerbsverzerrung führen, wenn beispielsweise nur noch Nachwuchskräfte und keine Profis mehr spielen würden", sagte Pommer.

Sollte die Entscheidung der BBL negativ ausfallen, wäre Köln der erste sportliche Absteiger, alle Saison-Ergebnisse der Rheinländer würden aus der Tabelle gestrichen. Nachdem bereits der viermalige deutsche Meister BSC Saturn Köln im Jahr 1989 Konkurs anmelden musste, waren 1999 die Cologne 99ers gegründet worden. 2001 stieg der Verein als Regionalliga-Meister mit einer Wildcard in die Bundesliga auf.

Neben den Kölnern bangen derzeit auch die Leverkusener um ihre Zukunft. Der 14-malige Meister sucht seit Monaten vergeblich einen neuen Hauptsponsor für die kommende Saison.

© SID

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