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14.12.2012

13:58 Uhr

Basketball

Erstmals zwei deutsche Teams in der Euroleague-Zwischenrunde

Mit einem knappen Sieg hat es nach Alba Berlin auch Brose Baskets Bamberg in die Zwischenrunde der Basketball-Euroleague geschafft. Nun geht es für die Mannschaften in der Gruppe E gegeneinander.

Maik Zirbes (rechts) von den Brose Baskets Bamberg während eines Euroleague-Spiels gegen Lietuvos Rytas Vilnius. Das deutsche Team schaffte es unter die Top 16. dpa

Maik Zirbes (rechts) von den Brose Baskets Bamberg während eines Euroleague-Spiels gegen Lietuvos Rytas Vilnius. Das deutsche Team schaffte es unter die Top 16.

BambergNoch am Morgen danach war Bambergs Manager Wolfgang Heyder völlig geschafft. „Das war eine harte Nummer. Richtig oft braucht man das nicht. Aber wenn es so ausgeht, passt es ja“, sagte Heyder am Freitag erleichtert. Erst nach Verlängerung hatte es Basketball-Meister Brose Baskets Bamberg mit dem 92:90 gegen Partizan Belgrad Bundesliga-Konkurrent ALBA Berlin nachgemacht und den Sprung in die Euroleague-Zwischenrunde geschafft. Damit stehen erstmals zwei deutsche Vertreter unter den besten 16 Teams. „Das ist eine grandiose Geschichte. Das ist ein großer Schritt“, freute sich Heyder.

„Wir wussten, dass es ein Endspiel wird. Und es war ein echtes Endspiel“, sagte Bambergs Erfolgscoach Chris Fleming und durfte nach der Achterbahn-Fahrt am Donnerstagabend durchpusten. Dominant hatte der Meister die Partie begonnen, doch Belgrad kam zurück und stürzte die Oberfranken vor 6800 Zuschauern in der Stechert-Arena in ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende durfte Bamberg aber den ersten Einzug in die Runde der besten 16 seit 2005/06 bejubeln.

Das Lob vom nationalen Konkurrenten, der bereits vor dem 62:78 bei Maccabi Tel Aviv sein Ticket für die Zwischenrunde im wichtigsten europäischen Wettbewerb gebucht hatte, kam prompt. „Glückwünsche an Bamberg. Es ist sehr gut für den deutschen Basketball, dass es zwei Mannschaften in die Top-16 geschafft haben“, freute sich Berlins Sportdirektor Mithat Demirel. „Der deutsche Basketball hat gezeigt, dass er auf europäischem Topniveau konkurrenzfähig ist.“

Aus dem Jahr 2011: Fünf Fragen zu „Dirkules“ Nowitzki

Wie stehen Nowitzkis Chancen auf den Titel?

Bei den Buchmachern ist Miami Heat Favorit im Rennen um die Meisterschaft. Quote: 1,73 zu eins. Dahinter folgen Nowitzkis Dallas Mavericks mit 2,7 zu eins - allerdings vor dem entscheidenden vierten Sieg. Aktuelle Quoten lassen noch auf sich warten.

Was macht ihn für die Mavericks so wertvoll?

Vor allem seine Trefferquote: Mit durchschnittlich 28,6 Punkten pro Spiel liegt er in der Liga an zweiter Stelle der besten Werfer - zumindest in den Playoffs. In der regulären Saison erreichte Nowitzki einen Schnitt von 23 Zählern pro Partie.

Sein größter Erfolg?

Der Einzug ins NBA-Finale 2006, in dem Miami Heat mit 4:2 Siegen die Oberhand behielt. Persönlich wurde er im Jahr 2007 zum wertvollsten Spieler ("MVP") der Liga gewählt.

Welche Rolle spielt Nowitzki im deutschen Basketball?

Nowitzki ist mit durchschnittlich 21 Punkten der beste deutsche Werfer aller Zeiten. In der Nationalmannschaft tritt er allerdings unregelmäßig an, weil die Dallas Mavericks aus Angst vor Verletzungsgefahr nicht immer freigeben. Ist er dabei, feiert das Team allerdings Erfolge. Größter Triumph war der Vize-Europameistertitel im Jahr 2005.

Sorgt ein NBA-Titelgewinn für einen Basketballboom in Deutschland?

Testimonial-Experte Sven Müller von People Brand Management: „Ja, wenn er seine Karriere hier beendet.“

Ein weiteres Indiz für die gestiegene Klasse der Bundesliga: Erstmals sind in den drei europäischen Wettbewerben noch fünf Vereine vertreten. „Darüber sind wir sehr froh, weil wir uns mit den Teams freuen, aber auch weil wir die Vision haben, bis 2020 die beste europäische Liga zu werden“, sagte Bundesliga-Geschäftsführer Jan Pommer. „Es hat uns immer etwas Kummer bereitet, dass wir sportlich auf internationalem Parkett nicht so erfolgreich abgeschnitten hatten. Deshalb ist das ein bedeutsamer Schritt und ein ganz wichtiges Zeichen.“

Über ihren Erfolg durften sich Berlin und Bamberg zusammen freuen, in der Euroleague-Zwischenrunde geht es nur noch gegeneinander. In der Gruppe E kämpfen beide Mannschaften ums Weiterkommen. „Wir freuen uns auf die Duelle“, sagte Heyder. Einen Vorgeschmack auf das Euroleague-Novum gibt es schon am Sonntag beim Bundesliga-Gipfeltreffen. „Das Spiel ist ein alter Klassiker, der durch die Teilnahme beider Mannschaften an den Top 16 zu neuem Glanz erwacht“, warb Heyder.

Auf Bamberg und Berlin wartet in der bereits in der Woche nach Weihnachten beginnenden Euroleague-Zwischenrunde alles andere als ein Zuckerschlecken. „Wir sind sicherlich klarer Außenseiter“, erkennt Heyder angesichts von Top-Gegnern wie Real Madrid, ZSKA Moskau und Panathinaikos Athen. Und spricht beim Blick auf das anstehende Mammutprogramm mit 14 zusätzlichen Partien auf Europas großer Basketball-Bühne wohl auch der Konkurrenz aus der Hauptstadt aus der Seele: „Aus meiner Sicht ist das natürlich eine unmenschliche Belastung“, stöhnte Heyder. „Aber das war ja unser großes Ziel.“

Von

dpa

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