Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2015

17:08 Uhr

Basketball-Meister nach dramatischem Finale

Bamberg entthront den FC Bayern

Die Brose Baskets Bamberg haben es geschafft. Im entscheidenden fünften Finale sicherten sich die Franken die deutsche Meisterschaft. Titelverteidiger Bayern München fehlte am Ende die Kraft für eine neuerliche Wende.

Spieler von Brose Bamberg jubeln beim Schlusspfiff über die Deutsche Meisterschaft. dpa

Brose Baskets Bamberg - FC Bayern München

Spieler von Brose Bamberg jubeln beim Schlusspfiff über die Deutsche Meisterschaft.

BambergDie Brose Baskets Bamberg sind zum siebten Mal deutscher Basketball-Meister. Das Team von Trainer Andrea Trinchieri gewann das dramatische fünfte Finalspiel einer hochklassigen und spektakulären Serie gegen Bayern München mit 88:84 (49:36) und entthronte die Gäste. Durch das verdiente 3:2 in der best-of-five-Serie hat sich der frühere Serienmeister für die Euroleague qualifiziert. Wer die Bundesliga dort als zweites Team vertreten wird, entscheidet sich Anfang Juli. Neben den Bayern hat ALBA Berlin gute Aussichten, da das Final Four 2016 in Berlin ausgetragen wird.

„Wir haben uns diesen Titel verdient, denn wir haben ein großes Spiel gemacht. Insgesamt war das für uns eine unglaubliche Saison, da kann ich den Spielern nur danken“, sagte Trinchieri. Münchens Nationalspieler Heiko Schaffartzik war hingegen geknickt: „Es tut sehr weh, jetzt mit leeren Händen dazustehen. Aber Bamberg war über die gesamte Saison besser, sie haben sich die Meisterschaft absolut verdient.“

Der Hauptrundensieger hatte am Mittwoch seinen ersten Matchball in München vergeben (73:83), holte sich vor eigenem Publikum aber im zweiten Anlauf die Meisterschaft. Matchwinner war der starke Center Trevor Mbakwe mit 20 Punkten. Am Ende wurde es allerdings unnötig spannend, denn die Franken verspielten einen Vorsprung von 18 Punkten fast noch.

Bamberg gewann von 2010 bis 2013 viermal nacheinander den Titel, zuvor hatte der Klub 2005 und 2007 triumphiert. Nach dem Viertelfinalaus in der vergangenen Saison hatten die Brose Baskets fast ihr gesamtes Personal ausgetauscht. Der Italiener Trinchieri ersetzte den heutigen Bundestrainer Chris Fleming, auch Sportdirektor Wolfgang Heyder und zahlreiche Spieler mussten gehen.

Die Bamberger gewannen zudem zum vierten Mal nach 2005, 2010 und 2011 das entscheidende Endspiel vor eigenem Publikum. Noch nie konnte ein Auswärtsteam ein fünftes Endspiel für sich entscheiden, auch die Bayern scheiterten jetzt an dieser Hürde.

Die Brose Baskets starteten furios und wie aufgedreht. Angetrieben von den wohl lautesten Fans der Liga zogen die Hausherren schnell auf 9:0 davon. Die Bayern benötigten fast vier Minuten, um durch Vladimir Stimac die ersten beiden Punkte zu erzielen. Vor allem Daniel Theis lief anfangs richtig heiß. Der Nationalspieler, der am Mittwoch bei der Niederlage im vierten Spiel noch enttäuscht hatte, kam schon im ersten Viertel auf zehn Punkte.

Die Bayern suchten dagegen vergeblich ihren Rhythmus. Zwar kehrte der gegen seinen Ex-Club in den Spielen drei und vier verletzt fehlende Anton Gavel beim Stand 12:19 aufs Parkett zurück, die Gäste bekamen aber lange keinen Zugriff auf die Partie. Auch weil sich Bambergs Point Guard Bradley Wanamaker im Vergleich zum Mittwoch steigerte und schon in den ersten zehn Minuten vier Assists auflegte.

Zudem dominierte der Meister der Jahre 2010 bis 2013 die Duelle unter den Körben, vor allem weil Münchens Center John Bryant früh mit drei Fouls belastet war. Nach dem ersten Viertel lagen die Gastgeber mit sieben Punkte vorne (26:19), setzten sich im Verlauf des zweiten Abschnitts sogar auf 15 Zähler ab (45:30). Mit zwei Dreiern in Serie hielt Paul Zipser die Bayern zumindest im Spiel, doch Bamberg lag zur Pause immer noch beruhigend mit 49:36 vorne lag.

Zwar kamen die Bayern mit viel Energie aus der Kabine, doch richtig in Bedrängnis bringen konnten sie die Gastgeber nicht. Bryant kassierte schnell sein viertes Foul, die Bamberger zogen phasenweise auf 18 Zähler davon (63:45). Und als Mitte des dritten Viertels auch noch NBA-Star Dennis Schröder als Glücksbringer in der Halle auftauchte, schien der Weg für die Franken frei.

Die Münchner, die im Laufe der Saison viele Rückschläge hatten wegstecken und in dieser Woche den Tod der Väter von Dusko Savanovic und Jan-Hendrik Jagla hatten verkraften müssen, steckten aber nie auf. 21,7 Sekunden vor dem Ende verkürzten sie noch einmal auf drei Punkte, weil die Bamberger offensichtlich Angst vor dem großen Titel hatten. Janis Strelnieks und Dawan Robinson machten per Freiwurf aber alles klar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×