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11.11.2012

09:29 Uhr

BBL-Chef Pommer

„Wir wollen 2020 Europas Nummer eins sein“

VonThomas Mersch

Im Schatten von König Fußball hat sich in den letzten Jahren vor allem Basketball gut entwickelt. Im Interview spricht Jan Pommer, Chef der Beko Basketball Bundesliga, über den Aufwärtstrend und das Kreieren von Stars.

Jan Pommer: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“ PR

Jan Pommer: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“

KölnIm Basketball sind die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, auch der Gesamtumsatz der Liga legt zu. Wie erklären Sie den Aufwärtstrend, der stärker ist als im Handball oder Eishockey?

Selbstlob ist ja eigentlich unfein, aber man muss unsere 18 Klubs loben, die eine ganze Menge geschafft haben. Sie haben in den vergangenen fünf Jahren die Budgets verdoppelt, jetzt sind wir im Durchschnitt bei 4,3 Millionen Euro. Das bedeutet, dass insgesamt über 76 Millionen Euro im System der Beko Basketball Bundesliga sind – das ist eine ganz große Leistung. Nimmt man jetzt noch hinzu, dass die Besucherzahlen im Schnitt bei ungefähr 4.500  Zuschauern liegen, ist auch das fast das Doppelte im Vergleich zu vor fünf Jahren. Das zeigt, dass die Klubs und wir ganz ordentliche Arbeit machen.

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Seit der vergangenen Saison ist der FC Bayern München mit seiner neuen Basketballabteilung in der Bundesliga vertreten. Ist das Wachstum nicht auch stark darauf zurückzuführen?

Es ist sicherlich ein ganz wesentlicher Effekt, da der FC Bayern München die bekannteste deutsche Sportmarke ist und enorme Zugkraft hat. Zumal Uli Hoeneß, ein Vollprofi in allen Belangen, das Projekt energisch voran getrieben hat. Aber das Mitwirken der Münchner ist eben auch nur ein Teil des Erfolges. Der größte Teil rührt daher, dass die Klubs sehr hart gearbeitet und sich im Rahmen der von uns vorgegebenen Standards weiter entwickelt haben: So sind zahlreiche neue, größere und moderne Arenen entstanden, die mehr Platz für Zuschauer bieten und auch die Bedürfnisse der Sponsoren erfüllen.

Das beste Beispiel für erfolgreiches Arbeiten in jüngerer Vergangenheit ist in Ulm zu besichtigen. Die neue Ratiopharm Arena fasst 6.000 Zuschauer – doppelt so viele wie die bisherige Spielstätte und ist dennoch permanent ausverkauft. Ulm steht exemplarisch für die gute Arbeit, die an allen Standorten geleistet wird. Das Zusammenspiel dieser beiden Entwicklungen macht den Zwischenerfolg aus, auf dem wir uns aber nicht ausruhen wollen, sondern den wir als Ansporn nehmen, weiter hart zu arbeiten. Unser Ziel ist, 2020 die beste Basketballliga in Europa zu sein.

Ist die Konkurrenz zum übermächtigen Fußball für Sie nicht manchmal demotivierend?

Wir beschäftigen uns nicht mit Dingen, die wir nicht ändern oder wenn überhaupt nur minimal beeinflussen können. Dass sich 60 Millionen Deutsche über 14 Jahren für Fußball interessieren, ist unbestritten. Es ist vielmehr intelligent und effizient, sich darauf zu konzentrieren, was man selbst ändern kann: Wie gewinne ich mehr Zuschauer und wie mache ich die 15 Millionen Basketball-Interessierten, die es in Deutschland gibt, zu Basketball-Fans? Das sind die Herausforderungen, mit denen wir uns beschäftigen; da haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns.

Kommentare (1)

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Xango

11.11.2012, 10:44 Uhr

Bei der Frage nach den Stars hat Pommer so ausweichend rumgeschwurbelt, wie die Kanzlerin. In der BBL gibt es so gut wie keine Stars, weil die Spielerfluktuation in der Liga extrem ist und fast alle Topspieler zweitklassige US-Profis sind, die mit 1-Jahres-(und teilweise noch kürzeren) Verträgen und Söldnermentalität mal hier mal dort hinwechseln. Erstaunlich, daß die Liga dennoch so erfolgreich ist.

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