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26.01.2005

10:30 Uhr

Biathlon gefragt

Wintersportarten ringen vor WM um Marktanteile

Selten zuvor hat es zwischen den Skisportarten einen so harten Wettbewerb um Marktanteile gegeben. Im Gegensatz zu den Kombinierern ist Biathlon gefragt, Skispringen befindet sich ebenfalls im Sinkflug und die Alpinen zeigen sich bemüht, aufzuholen.

HB STUTTGART. Entscheidend nach einer bisher erfolgreichen Weltcup-Saison für fast alle Disziplinen sind nun die Weltmeisterschaften der alpinen Skirennläufer in Bormio (28. Januar bis 13. Februar) und die nordischen Titelkämpfe in Oberstdorf (16. bis 27. Februar). "Das ist eine zusätzliche Plattform für die Sponsoren", sagt Wintersportexpertin Iris Lohrer vom Kommunikationsforschungs-Institut "Sport + Markt" in Köln und spricht von einer "sehr, sehr spannenden Situation".

Für Lohrer ist Biathlon eindeutig auf dem Vormarsch und liegt "mit seinem Interessen-Potenzial derzeit etwas vor dem Skispringen". Stark im Kommen sind aber auch die Skirennfahrer. Nach dem Sensationssieg von Abfahrer Max Rauffer in Gröden zählt nun Wengen-Slalomsieger Alois Vogl zu den WM-Medaillenkandidaten. "Wir sind wieder wer auf der Landkarte", freut sich Männer-Cheftrainer Werner Margreiter. Langfristig baut der Deutsche Ski-Verband (DSV) darauf, dass die derzeit verletzte Maria Riesch sowie Felix Neureuther, dessen Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther immer noch zu den Werbekönigen ihres Sports gehören, Stars werden.

Die Biathleten genießen die momentane Euphorie um die Erfolgsgaranten Sven Fischer, Ricco Groß, Uschi Disl und Kati Wilhelm. "Alles ist gestiegen: die Leistung, die Einschaltquoten, der finanzielle Rahmen, auch das Prestige und die Anerkennung", sagt Olympiasieger Groß. Die Begeisterung treibt freilich auch seltsame Blüten: Gleich 5,7 Mill. Fernsehzuschauer verfolgten am vergangenen Wochenende das "Star-Biathlon" in Ruhpolding, wo Prominente wie Rapperin Sabrina Setlur durch den Schnee stolperten.

Inzwischen hat auch der Skisprung-Sender RTL Interesse an den Übertragungsrechten angemeldet, wenn 2006 der Vertrag mit der European Broadcasting Union (EBU) ausläuft. Beim Weltcup in Oberhof Anfang Januar gab es mit insgesamt 85 000 Zuschauern einen Besucherrekord.

Hingegen leiden die Skispringer unter den Problemen ihrer Idole Martin Schmitt und Sven Hannawald. Bei der Vierschanzentournee konstatierte "Sport + Markt" im vergangenen Winter noch ein öffentliches Interesse wie an der Fußball-Bundesliga, inzwischen sagt Wintersportexpertin Lohrer: "Die Aufmerksamkeit für die Vierschanzentournee ist größer, wenn es nationale Identifikationsfiguren gibt. Die Tournee hat durch die Erfolge von Martin Schmitt und Sven Hannawald über ein normales Maß hinaus geboomt. Jetzt entwickelt sie sich auf ein normales Niveau zurück."

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