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24.01.2008

08:59 Uhr

Biathlon National

Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich wird 50

Frank Ullrich begeht am heutigen Donnerstag seinen 50. Geburtstag. Der Bundestrainer der deutschen Biathleten feierte als aktiver Sportler ebenso große Erfolge wie nun im Trainerstab des DSV.

Eine zu ausgelassene Feier kann man am heutigen Donnerstag bei Biathlon Bundestrainer Frank Ullrich trotz des runden Geburtstages nicht erwarten. "Für mich ist der 50. Geburtstag überhaupt kein Grund mit Pauken und Trompeten zu feiern. Das überlege ich mir erst, wenn ich 70 oder 80 werde", so Ullrich. Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Jubilar ohnehin nicht, schließlich reist er im Anschluss mit dem Männerteam direkt ins WM-Vorbereitungscamp in Ridnau/Südtirol.

Doch als Flucht vor der großen Party will Ullrich diese Terminplanung nicht verstanden wissen: "Die ist sowieso nicht geplant. Ich werde mit der Familie, Frau und Eltern zusammensitzen. Und für den Vormittag haben sich schon ein paar alte Kumpels zum Gratulieren angekündigt", schildert der Biathlon-Coach. Könnte gut sein, dass sich der spätestens seit der Übernahme des Bundestrainer-Jobs 1998 omnipräsente Olympiasieger auf den einen oder anderen Gratulanten mehr einrichten muss.

Ullrich: "Ich fühle mich nicht wie ein alter Sack"

Eigentlich, so erzählt der am 24. Januar 1958 in Trusetal/Thüringen geborene neunmalige Weltmeister, "will ich mich gar nicht mit der Situation des 50. Geburtstages auseinandersetzen. Ich fühle mich doch überhaupt nicht wie ein alter Sack." Diese Aussage werden die von ihm betreuten Auswahl-Skijäger sofort unterschreiben.

Geradezu legendär sind von Ullrich initiierte Wettkämpfe, bei denen der Coach seine Asse wie Ricco Groß, Sven Fischer oder Frank Luck per Mountainbike am Berg abhängte. Ullrich lebt auch als Trainer seine Leidenschaft für den Sport vor, ist topfit und (fast) genauso drahtig wie einst 1976 in Innsbruck, als der damals gerade 18 Jahre alte Junioren-Weltmeister mit der DDR-Staffel zum ersten Mal Olympia-Bronze gewann.

"Der Sport und speziell Biathlon haben mich schon immer fasziniert", sagt der frühere Ausnahme-Skijäger. Als Siebenjähriger stand er neben seinem Vater Artur, einem Biathlon-Kampfrichter, an der Strecke. Die Schwester schenkte ihm ein Luftgewehr zum Üben, obwohl er als Steppke bis zum 10. Lebensjahr nur Langläufer sein durfte. Als 14-Jähriger kam Frank Ullrich auf die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) nach Zella-Mehlis. Drei Jahre später war er Junioren-Weltmeister.

Nach dem verletzungsbedingten vorzeitigen Ende der sportlichen Laufbahn blieb der viermalige Weltcup-Gesamtsieger seinem Sport treu. Er schloss 1986 in Leipzig sein Sportlehrer-Studium mit dem Diplom ab und wurde im Jahr darauf zum DDR-Co-Trainer und nach der Wende zum Assistenten von Bundestrainer Norbert Baier befördert.

Ullrich hat noch Spaß an der Arbeit

Nach nun schon fast zehn Jahren auf dem Chefstuhl ist der akribische Arbeiter längst nicht amtsmüde. "Für mich ist die Arbeit eine große Herausforderung, und so lange ich merke, dass ich noch etwas bewegen kann und Spaß habe, bin ich dafür bereit." Zunächst denkt der Berufssoldat nur bis zu den Olympischen Spielen 2010. Danach endet auch seine Dienstzeit bei der Bundeswehr. Der Deutsche Skiverband (DSV) will seinen langjährigen "Goldschmied" aber gerne behalten.

Der sieht sich eher als "Gärtner, der das Korn hegt, gießt und mit viel Geduld wachsen lässt. Wir können uns doch keine Mannschaft zusammenkaufen wie im Fußball." Wenn dann alles so perfekt klappt wie in der siegreichen WM-Staffel 2004 im heimischen Oberhof, dann geizt der Chef nicht mit Superlativen, findet das "phänomenal" und "ein riesiges Highlight meiner Trainer-Karriere."

© SID

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