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25.01.2010

18:43 Uhr

Biathlon Olympia

Shootingstar Peiffer wird zum Medaillenanwärter

Nach seinem Weltcup-Sieg im Sprint von Antholz und dem darauffolgenden zweiten Platz in der Verfolgung ist Biathlet Arnd Peiffer zum Geheimfavoriten auf Olympiagold avanciert.

Arnd Peiffer ist in der Weltspitze angekommen. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Arnd Peiffer ist in der Weltspitze angekommen. Foto: Bongarts/Getty Images

Vom Nobody zum Goldkandidaten bei Olympia: "Mister Cool" Arnd Peiffer ist die ganze Geschichte selbst ein bisschen unheimlich. "Im letzten Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass ich da hinfahren darf", sagt der neue Stern am Biathlon-Himmel dem SID: "Und jetzt darf ich in Vancouver sogar Rennen laufen. Unglaublich."

Der junge Mann, den bis zu seinem Durchbruch viele mit dem gebräuchlicheren Namen Pfeiffer ansprachen, ist neben dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis die große deutsche Medaillenhoffnung. Spätestens, seit er bei der Olympia-Generalprobe in Antholz am vergangenen Wochenende mit stählernen Nerven den ersten Saisonsieg für die deutschen Männer holte und tags darauf nur hauchdünn geschlagen Zweiter wurde.

"Immer schön den Ball flach halten"

Dass er bei seiner Olympia-Premiere jetzt Mitfavorit ist, hört der zurückhaltende Mann gar nicht gern. "Natürlich fahre ich da nicht als Tourist hin und will gern mit einer Medaille im Gepäck zurückkommen", sagt Peiffer: "Aber ich bilde mir jetzt nicht ein, dass ich große Ambitionen haben muss. Immer schön den Ball flach halten."

Schlau ist der erst 22 Jahre alte Polizeimeisteranwärter, der druckreife Sätze in Serie herausbringt und dazu noch Hochdeutsch wie ein Tagesschau-Sprecher redet. Das liegt daran, dass er weder aus Bayern noch Sachsen, sondern aus Claustahl-Zellerfeld im Harz kommt. Niedersachsen war zwar bislang nicht unbedingt als Biathlon-Hochburg bekannt, aber weil das Peiffersche Elternhaus nur fünf Minuten vom Landesleistungszentrum entfernt liegt und die ältere Schwester Henrike ihn mitschleppte, kam Arnd trotzdem zu den Skijägern.

Durchmarsch in die Weltelite

Er galt nicht als das Supertalent, aber als er zur Trainingsgruppe von Mark Kirchner nach Oberhof wechselte, kam fast wie aus dem Nichts der Durchbruch. Bei seinem Weltcup-Debüt vor gut einem Jahr landete er in Oberhof - wo er dem Teamkollegen Christoph Stephan nebenbei bei einem Fußball-Zweikampf versehentlich das Nasenbein brach - gleich auf Platz sieben. Es folgten zwei WM-Medaillen und der sensationelle erste Weltcup-Sieg in Russland.

Dass diese Erfolge keine Eintagsfliege sind, hat Peiffer im Olympiawinter mit dem derzeit vierten Platz im Gesamtweltcup längst bewiesen. Er läuft gut und schießt überragend - in einem vergleichsweise bedächtigem Tempo.

"Es ist einfach Spitze, mit wieviel Nervenstärke der Junge agiert", sagt Bundestrainer Frank Ullrich. Arnd Peiffer, der nebenbei noch Wirtschaftsingenieurswesen studiert, bildet sich auf dieses Lob nicht viel ein. Er freut sich auf Olympia nicht nur wegen der Medaillenchance, sondern "weil ich meinen Horizont erweitern kann".

© SID

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