Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2007

14:29 Uhr

Biathlon Weltcup

Bailly gewinnt in Ruhpolding, Deutsche schwach

Beim Sprint-Weltcup der Biathletinnen in Ruhpolding hat die Französin Sandrine Bailly über die 7,5-km-Distanz ihren ersten Saisonsieg eingefahren. Beste deutsche Läuferin war die Gosheimerin Kathrin Hitzer als Siebte.

Kati Wilhelm und Magdalena Neuner verpatzten das Schießen und die halbe Mannschaft kränkelt: Drei Wochen vor der WM haben die deutschen Biathletinnen beim Heimspiel in Ruhpolding einen schwarzen Tag erwischt. Am Ende des 7,5-km-Sprints feierte die Französin Sandrine Bailly ihren ersten Saisonsieg, und die mit einer Magenverstimmung gestartete Kathrin Hitzer war als Siebte die Beste der deutschen Rumpf-Mannschaft, die ihre schwächste Saisonleistung ablieferte.

"Natürlich ärgern mich meine drei Schießfehler. Schade, heute war für mich viel mehr drin,", sagte Kati Wilhelm (Zella-Mehlis). Die dreimalige Olympiasiegerin rettete als Zehnte wengistens noch ihren achten Top-Ten-Platz im zehnten Rennen und sagte mit gequält wirkendem Lächeln: "Wenigstens das Laufen klappte viel besser. Endlich habe ich auf der Strecke wieder das Gefühl gefunden, dass ich seit Wochen gesucht habe."

Oberhof-Siegerin Magdalena Neuner zurückgeworfen

Oberhof-Siegerin Magdalena Neuner (Wallgau) fiel vor 15 000 Zuschauern durch vier Strafrunden auf Platz 16 zurück. "Ich habe mich schwach auf den Beinen gefühlt. Ich war so müde. Die letzten Tage haben viel Kraft gekostet. Aber am Sonntag im Massenstart geht es von vorne los", sagte die völlig entkräftete 19-Jährige und verschwand umgehend im Teamhotel.

Dort lagen Weltcup-Spitzenreiterin Andrea Henkel und Martina Glagow auf dem Bett und schauten sich das Rennen im Fernsehen an. Die DSV-Stammkräfte plagen sich mit grippalen Infekten herum und können frühestens in der kommenden Woche wieder eingreifen. Henkel bleibt mit ihren 371 Punkten wenigstens weiter ungefährdet im Besitz des Gelben Trikots und führt jetzt vor der diesmal zweitplatzierten Massenstart-Olympiasiegerin Anna Carin Olofsson (Schweden/332) und Wilhelm (321).

"Ich kann doch keine Kranken laufen lassen"

"Langsam wird es eng, aber was will ich machen. Ich kann doch keine Kranken laufen lassen", meinte Uwe Müssiggang genervt. Der Bundestrainer hatte nach dem Ausfall seines prominenten Duos nur fünf Läuferinnen am Start. Das rief die fünf Tage vor dem Geburtstermin mit Baby-Bauch am Schießstand zuschauende Uschi Disl auf den Plan: "Warum hast Du mich nicht angerufen? Ich hätte beim Schießen wenigstens stabil gestanden."

Auch damit hatte Müssiggangs Spitzen-Duo diesmal ein Problem. Wilhelm leistete sich schon liegend zwei Fehler und geriet so unter Zugzwang. Neuner war bis zum achten ihrer zehn Schüsse sogar noch auf Siegkurs. Dann aber ging gar nichts mehr. "Die nächsten beiden Schüsse waren knapp vorbei, der letzte weit. Die Lena hat zu viel gewollt. Beim Schießen waren beide übermotiviert", sagte der Coach.

Ein Lichtblick am trüben Tag im Chiemgau war die Leistung von Kathrin Hitzer (Gosheim). "Bis fünf Minuten vor dem Rennen habe ich mich hin und her gewälzt. Ich bin mit meinen Kräften an der Grenze. Aber dann bin ich doch gestartet und freue mich riesig, dass ich durchgehalten habe", sagte die von Magenbeschwerden gezeichnete Schwäbin. "Das war wichtig für die Psyche", meinte Müssigang. Noch einen Zugang im deutschen Lazarett, zu dem außerdem die wegen einer Nasennebenhöhlen-Entzündung fehlende Olympiasiegerin Katrin Apel zählt, will der Coach unbedingt vermeiden.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×