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06.01.2007

15:38 Uhr

Biathlon Weltcup

Biathlet Kruglow sprintet zum Sieg, Greis Zweiter

Nikolai Kruglow hat einen Heimsieg von Michael Greis beim Sprint-Weltcup der Biathleten in Oberhof verhindert. Der Russe setzte sich hauchdünn vor dem Dreifach-Olympiasieger aus Bayern durch.

Beim Sprint-Weltcup der Biathleten in Oberhof hat Michael Greis nur dem Russen Nikolai Kruglow den Vortritt lassen müssen. Der dreifache Olympiasieger aus Nesselwang lag nach 10km 3,5 Sekunden hinter dem Mixed-Weltmeister und baute durch den fünften Podestplatz im achten Saisonrennen zugleich seine Führung im Gesamtweltcup aus. Platz drei eroberte eine Zehntelsekunde hinter Greis überraschend der Italiener Rene Laurent Vuillermoz.

"Mit Platz zwei bin ich wunschlos glücklich. Es war ein sehr schweres Rennen. Ich habe alles gegeben. Mehr war nicht drin", so Greis. Vor allem der erste Saisonsieg über den Erzrivalen Ole Einar Björndalen im direkten Duell freute den dreifachen Olympiasieger von Turin: "Natürlich ist es schön, wenn ich den Ole hinter mir lasse. Es ist doch nicht gut fürs Biathlon, wenn immer nur Björndalen gewinnt."

Debakel für Blörndalen

Der fünfmalige Olympiasieger aus Norwegen handelte sich vor 21 000 Zuschauern in der Rennsteig-Arena gleich vier Strafrunden nach Schießfehlern ein und kam über den 30. Platz nicht hinaus. Im Gesamtweltcup liegt Greis mit 304 Punkten 53 Zähler vor Björndalen. Der fünfmalige Saisonsieger hatte zuletzt einen Weltcup ausgelassen, um sich als Langläufer für Norwegens nordisches WM-Team zu qualifizieren.

"Wenn der Ole meint, er will eine WM-Medaille als Langläufer gewinnen, soll er das machen. Ich bin Biathlet und setzte andere Prioritäten. Ich sammle Punkt für Punkt und bin froh, dass es bisher so gut läuft", sagte Greis. Hinter dem Nesselwanger war Andreas Birnbacher (Schleching) als 10. zweitbester deutscher Läufer. Der erstmals in dieser Saison eingesetzte ehemalige Junioren-Weltmeister Daniel Graf (Frankenhain) führte sich als 12. gut in den Weltcup ein.

Pech hatten die deutschen Altmeister. Ricco Groß (Ruhpolding) kam bei seinem Sturz auf der Schlussrunde noch glimpflich davon, war aber nach zwei Schießfehlern chancenlos. Ärger erwischte es Sven Fischer. Der Einheimische stürzte beim Warmlaufen auf die Schulter und erlitt nach erster ärztlicher Diagnose eine schwere Rippenprellung.

"Sehr schlechte Bedingungen"

Fischer ließ sich nach dem Rennen weiter medizinisch behandeln und ließ per Teamsprecher Stefan Schwarzbach ausrichten, dass es ihm unmöglich gewesen sei, vor heimischer Kulisse auf einen Start zu verzichten. So quälte sich der Thüringer über die Runde, schob sich teilweise sogar nur mit dem nicht schmerzenden linken Arm ab und erreichte tapfer ins Publikum winkend fast drei Minuten hinter dem Sieger als 62. das Ziel.

Am Rand der nach tagelangem Dauerregen zum schmutzig-grauen Band verkommenen Oberhofer Rennstrecke sprach der verantwortliche Technische Delegierte des Weltverbandes IBU, der Finne Esa Haapala, von "sehr schlechten Bedingungen für die Sportler". Der Veranstalter änderte den Ablauf für die Jagdrennen am Sonntag, wo nun zuerst die Herren (11.30 Uhr) und danach die Damen (14.15 Uhr/live im ZDF) auf dann verkürzter Strecke laufen sollen.

© SID

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