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08.03.2006

15:14 Uhr

Biathlon Weltcup

Björndalen siegt, Deutsche kraftlos

Beim Sprint-Weltcup der Biathleten in Pokljuka hat Ole Einar Björndalen der Konkurrenz die Sporen gezeigt. Der Norweger feierte seinen dritten Saisonsieg, Michael Rösch landete als bester Deutscher auf Rang neun.

Nach den für ihn eher durchwachsenen Olympischen Spielen in Turin ist Biathlet Ole Einar Björndalen in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Beim Sprint-Weltcup im slowenischen Pokljuka feierte der Norweger seinen dritten Saisonsieg. Damit hat Björndalen nun insgesamt 58 Weltcup-Siege auf dem Konto.

Nach zehn Kilometern lag Björndalen in 24:04,9 Minuten 12,3 Sekunden vor dem Franzosen Raphael Poiree, der das Gelbe Trikot des Gesamt-Führenden übernahm. Dritter wurde Carl Johan Bergman (Schweden/24,2 Sekunden zurück).

Bester der im ersten nacholympischen Rennen enttäuschenden deutschen Skijäger war Youngster Michael Rösch aus Altenberg auf dem neunten Platz, Andreas Birnbacher (Schleching) folgte auf Rang zehn. Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) und Sprint-Olympiasieger Sven Fischer (Oberhof) konnten läuferisch nicht mithalten und landeten im geschlagenen Feld. Greis wurde letztlich 20., Fischer kam auf Platz 35.

Nach "Feier-Marathon" nichts anderes erwartet

"Natürlich hatte ich mir einen besseren Platz gewünscht, aber ich kann das heute verschmerzen. Läuferisch war eben nicht mehr drin", kommentierte Greis seine zweitschlechteste Saisonleistung. Der mittlerweile zum einzigen Ehrenbürger seiner Heimat-Gemeinde Nesselwang aufgestiegene dreimalige Olympiasieger von San Sicario fühlte sich auf dem Hochplateau von Pokljuka "einfach träge und lahm. Ich habe gekämpft, aber die Kraft hat gefehlt. Jetzt lege ich mich erst einmal schön ins Bett und schlafe. Dann werde ich schon wieder auf die Beine kommen."

Ähnlich sah es der Oberhofer Fischer, der sein Gelbes Trikot des Weltcup-Führenden an den hinter Björndalen zweitplatzierten Franzosen Raphael Poiree abgeben musste. "Ich habe mich gefühlt wie ein Paddler, der gegen die Wellen kämpft. Ich war einfach platt", meinte Fischer, dessen Trainer Frank Ullrich fand: "Beim Sven hat man gesehen, dass er noch ziemlich schwer ging. Aber das wird schon wieder."

Der Coach nahm seine schwächelnden Stars pauschal in Schutz: "So etwas war nach dem Feier-Marathon zu erwarten. Deshalb bin ich mit den Rängen neun und zehn für Rösch und Birnbacher zufrieden. Wir haben bei Olympia groß abgeräumt. Darüber sind wir glücklich, und jetzt werden wir arbeiten, damit wir wieder in Schwung kommen."

Heirat oben auf Björndalens Prioritätenliste

Zufrieden war von den deutschen Skijägern vor allem Michael Rösch. "Läuferisch ging es viel besser als gedacht. Ich war richtig überrascht, dass ich nach dem ganzen Stress der letzten Tage so fit war", meinte der Altenberger nach seiner neunten Top-Ten-Platzierung im Olympiawinter. "Nach dem Staffelgold war es schon sehr schwierig für mich mit den ganzen Feiern. Das bin ich doch überhaupt nicht gewöhnt."

Relaxed präsentierte sich auch Triumphator Björndalen, der am Ende ankündigte: "Den morgigen Ruhetag werde ich nutzen, um ein paar Einladungen zu schreiben." Der Norweger heiratet im Frühjahr seine langjährige Lebensgefährtin, die italienische Biathletin Nathalie Santer.

Beim Weltcup in Pokljuka bestreiten am Donnerstag (14.15 Uhr/live in der ARD) die Damen ihr Sprintrennen über 7,5 km. Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) tritt dabei im Gelben Trikot an und liegt in der Weltcup-Gesamtwertung 172 Punkte vor der zweitplatzierten Altmeisterin Uschi Disl (Moosham).

© SID

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