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10.01.2007

14:44 Uhr

Biathlon Weltcup

Deutsche Biathletinnen landen auf Rang zwei

Trotz der Absagen von Martina Glagow und Andrea Henkel hat die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen beim Weltcup in Ruhpolding über 4x6 Kilometer hinter Russland den zweiten Platz belegt.

Die deutschen Biathletinnen haben in Ruhpolding ihren ersten Staffelsieg seit mehr als zwei Jahren um 7,9 Sekunden verpasst. Hinter Olympiasieger Russland kamen die deutschen Frauen in Abwesenheit der erkrankten Stammläuferinnen Andrea Henkel und Martina Glagow auf den zweiten Rang. Kathrin Hitzer aus Gosheim, Magdalena Neuner aus Wallgau, Simone Denkinger aus Gosheim und Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis schossen acht Fehler mehr als die überragenden Russinnen, verwiesen aber Oberhof-Sieger Frankreich sicher auf Platz drei.

"Ich habe beim Schießen alles riskiert"

"Ich habe beim Schießen alles riskiert, aber die Russin hat mir keine Chance gegeben," sagte Kati Wilhelm, die auf der Schlussrunde gegen Natalja Gusewa fast eine halbe Minute aufholte, aber am Ende eben doch noch 20 Meter zu spät kam. "Die Russen haben unglaublich gut geschossen."

Nur ein einziger Schießfehler bei 40 Schüssen war ein selten erlebtes Kunststück des Olympiasiegers, der laut Youngster Kathrin Hitzer "diesmal unschlagbar" war und vor 16 000 Zuschauern zurecht die 16 000 Euro Siegprämie kassierte.

Zum ersten Mal lief die dreimalige Olympiasiegerin Wilhelm mit Kathrin Hitzer, Simone Denkinger (beide Gosheim) und Nesthäkchen Magdalena Neuner (Wallgau). In Weltcup-Spitzenreiterin Andrea Henkel und Martina fehlten zwei Stammläuferinnen wegen Erkältung bei der letzten Staffel vor der am 3. Februar in Antholz beginnenden WM.

Hitzer überzeugt trotz Sturz

Kathrin Hitzer, die zum ersten Mal überhaupt als Startläuferin eingesetzt wurde, stürzte zu Beginn des Rennens, fiel auf den Bauch und quälte sich danach über die Distanz. "Stürzen ist immer doof, und das Hinterherlaufen kostet extrem viel Kraft", sagte die 20-Jährige.

Dreimal Nachladen beim Schießen, keine Strafrunde, beim Wechsel auf Platz zwei - Hitzer behielt die Nerven und empfahl sich ebenso für einen WM-Einsatz wie die erneut in blendender Form laufende Sprintsiegerin von Oberhof, Magdalena Neuner.

"Die Kulisse ist so laut, da versuche ich mich halt mit Ohropax etwas abzuschotten", meinte Neuner, die nur beim Stehendschießen zweimal nachladen musste und auf der Laufstrecke wieder extrem schnell war.

"Die Strecke war anstrengend und tief, aber da mussten alle durch", sagte Neuner und war froh, nicht wie im Dezember bei ihrem ersten Staffel-Einsatz in Hochfilzen eine Strafrunde drehen zu müssen.

Neuner brachte das deutsche Team in Führung, und Bundestrainer Uwe Müssiggang lobte: "Die beiden Jungen sind hier ohne Strafrunde durchgekommen, haben sich sehr gut geschlagen. Magdalena hat durch den Oberhof-Sieg sehr viel Selbstvertrauen gewonnen. Da läuft auch das Schießen besser."

Simone Denkinger, die nach überstandenen Blessuren an Ellenbogen und Achillessehne erst in Oberhof ihr Comeback gegeben hatte und erstmals in diesem Winter eine Staffel bestreiten durfte, konnte allerdings die Führung nicht behaupten, sie ist läuferisch einfach noch nicht wieder in Bestform. Die 34,5 Sekunden Rückstand beim Wechsel auf Kati Wilhelm waren die Vorentscheidung, weil die Russinnen an diesem Tag am Schießstand perfekt arbeiteten.

© SID

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