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04.01.2007

18:35 Uhr

Biathlon Weltcup

Deutsche Staffel bei russischem Sieg Zweite

Die deutsche Herren-Staffel hat es den Frauen nachgetan und beim Biathlon-Weltcup in Oberhof Rang zwei eingefahren. Michael Rösch, Sven Fischer, Andreas Birnbacher und Michael Greis mussten sich nur Russland beugen.

Die deutsche Herren-Staffel präsentierte sich beim Biathlon-Weltcup in Oberhof in guter Form, das russische Quartett war allerdings noch stärker. Ohne Schießfehler verpassten die Olympiasieger den ersten Saisonsieg um 41,8 Sekunden. Der Altenberger Michael Rösch, Lokalmatador Sven Fischer, Andreas Birnbacher aus Schleching und Dreifach-Olympiasieger Michael Greis aus Nesselwang belegten vor 17 000 Zuschauern am Thüringer Rennsteig hinter den überragend laufenden Russen Platz zwei. Dritter wurde Norwegen.

Bundestrainer Ullrich hadert mit Nachladern

"Die Russen waren heute souverän, leider. Als ich angreifen wollte, war der Russe immer schon weg", schilderte Schlussmann Greis das Geschehen. Der deutsche Sportler des Jahres schickte aber umgehend eine neuerlich Kampfansage in Richtung des russischen Jubel-Knäuels: "In Ruhpolding nächste Woche sind wir dran. Oder spätestens bei der WM in Antholz." Bundestrainer Frank Ullrich haderte aber am Ende trotz "eines guten zweiten Platzes" mit den insgesamt zwölf Fehlschüssen seiner bis auf Fischer beim Schießen nicht überzeugenden Männer.

Bei Schmuddelwetter mit Sturm, Regen und starkem Nebel drohte zunächst die vierte Absage eines Herrenrennens in Oberhof im vierten Jahr hintereinander (2004/Einzel, 2005/Staffel und 2006/Sprint). Der Regen vertrieb am Ende den Nebel, und Michael Rösch, der für den von Ullrich überraschend nicht berücksichtigten viermaligen Olympiasieger Ricco Groß (Ruhpolding) auf die Startposition beordert worden war, wurde mit 21 anderen Läufern unter dem Jubel von 17 000 Fans auf die durchgeweichte, tiefe Runde geschickt.

"So spannend wollte ich es gar nicht machen, aber das schnelle Schießen ging heute voll in die Hose", meinte der Altenberger, der beim Stehendschießen alle drei Nachladepatronen brauchte, die Strafrunde aber am Ende mit höchster Konzentration verhinderte. Dagegen ging die Taktik von Hochfilzen-Sieger und Topfavorit Norwegen, mit Ole-Einar Björndalen als Startläufer die Flucht nach vorne anzutreten, nicht auf. Der überragend laufende fünfmalige Olympiasieger musste eine Strafrunde drehen und kam so zeitgleich mit Rösch hinter Russland ins Ziel.

Russland von Beginn an vorne

Die Russen überzeugten bei böigem Wind von Beginn an mit extrem schnellen Ski. So konnte sich Sven Fischer (Oberhof) auf Position zwei trotz perfektem Schießen mit zehn Treffern nicht wie von Ullrich ("Wir wollen von Anfang an Druck machen.") erhofft absetzen. "Ich habe mich auf der Runde nicht gut gefühlt, aber zumindest die Spitze erobert", schilderte Fischer. Und: "Bei der Anfeuerung musste ich tief in mich reinhören, um nicht das Tempo zu überziehen."

Die Vorentscheidung einer im Vergleich zu den Damen am Vortag eher unspektakulären Staffel fiel auf der dritten Runde. Groß-Ersatzmann Andreas Birnbacher (Schleching) konnte den Weltcup-Dritten Dmitri Jaroschenko erwartungsgemäß nicht halten, und für Schlussläufer Greis waren fast 40 Sekunden Rückstand nicht mehr aufzuholen.

Am Oberhofer Grenzadler bestreiten am Freitag (14.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) die Damen ihr Sprintrennen über 7,5km. Lokalmatadorin Andrea Henkel aus dem thüringischen Großbreitenbach geht dabei im Gelben Trikot der Führenden in der Gesamtwertung an den Start.

© SID

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