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09.01.2008

18:43 Uhr

Biathlon Weltcup

DSV-Biathletinnen setzen Siegesserie fort

Die deutschen Biathletinnen haben ihre "weiße Weste" gewahrt und auch das vierte Staffelrennen der Weltcup-Saison gewonnen. Mit einer starken Leistung sorgte Schlussläuferin Kati Wilhelm in Ruhpolding für den Erfolg.

Die deutschen Biathletinnen haben beim Weltcup in Ruhpolding ihre Siegesserie im Staffelwettbewerb ausgebaut. Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Kathrin Hitzer, Magdalena Neuner, Sabrina Buchholz sowie der überragenden Schlussläuferin Kati Wilhelm setzte sich vor heimischer Kulisse nach 1:17:56,00 Stunden mit 24,3 Sekunden Vorsprung vor Norwegen durch. Den dritten Rang holte sich Russland (1:15,9 Minuten zurück).

Die deutschen Biathletinnen hatten auch die drei bisherigen Staffelrennen des Skiwinters in Hochfilzen, Pokljuka und Oberhof allesamt gewonnen und ließen sich selbst durch insgesamt drei Strafrunden von Neuner und Hitzer nicht vom Siegkurs abbringen, weil Wilhelm mit einem glänzenden Rennen die lange führenden Norwegerinnen noch abfing.

Wilhelm: "Sehr nahe an einem perfekten Rennen"

"Das hat richtig Laune gemacht. Heute war ich mal in der Position, wo ich mal so richtig was riskieren konnte und auch wollte", sagte Kati Wilhelm. "Das war schon sehr nahe an einem perfekten Rennen. Jetzt fahren wir nach Östersund, um wieder Gold zu gewinnen."

Die Olympiasiegerin holte auf der Schlussrunde dank überragender Schießleistung zunächst 50 Sekunden Rückstand auf die bis dahin klar führende Norwegerin Ann Kristin Flatland auf und hängte diese dann auf der Schlussrunde unter dem Jubel von 14 500 Fans sogar noch ab, was 14 500 Euro Siegprämie einbrachte.

"Kati Wilhelm hat heute wieder einmal ihre Klasse bewiesen. Die Anderen haben gezeigt, unter welcher Spannung hier geschossen wird. Da passieren Fehler, die sonst nicht passieren", meinte Uwe Müssiggang gewohnt kritisch. Der Bundestrainer hatte erstmals Kathrin Hitzer auf die wichtige Startposition beordnet, um den Youngster unter Stress-Bedingungen zu fordern.

Neuner verschenkt zunächst die Führung

Der Druck schien zu groß, denn die 21-Jährige musste gleich nach dem Liegendschießen eine Strafrunde drehen. "Schade, das macht mir schwer zu schaffen. Dabei kann ich doch gut schießen", sagte Hitzer, während der Coach mit einem Schmunzeln registrierte, dass auch Erzrivale Russland in die Strafrunde musste. "Und ich dachte, die wollten heute angreifen", meinte Müssiggang.

Das tat zunächst aber Magdalena Neuner. Mit Turbo-Antritt holte die Dreifach-Weltmeisterin bis zum ersten Schießen komplett die von Hitzer "geerbten" 40 Sekunden Rückstand auf, führte das deutsche Quartett von Platz fünf aus an die Spitze. Dann schenkte sie den gerade erkämpften Topplatz durch zwei Strafrunden beim Stehendschießen leichtfertig wieder her. "Das war gar nix. Dabei habe ich mich auf der Strecke gar nicht verausgabt. Alles war perfekt und trotzdem habe ich nicht getroffen", erklärte Neuner.

Bei Halbzeit einer der turbulentesten Staffeln der letzten Jahre lagen die Topfavoriten Deutschland und Russland nur auf den Rängen drei sowie sieben, während vorne die Norwegerinnen ohne Fehl und Tadel schossen. Sabrina Buchholz konnte auf ihrer Runde auch nichts wettmachen, aber zum Glück war auf "Gold-Kati" Verlass.

Im Chiemgau bestreiten am Donnerstag (17.20 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) die Männer ihr Staffelrennen über 4x7,5km. Im deutschen Quartett laufen neben den beiden Olympiasiegern Michael Rösch (Altenberg) und Michael Greis (Nesselwang) noch Alexander Wolf (Oberhof) sowie Carsten Pump (Altenberg), der überraschend den Vorzug vor Lokalmatador Andreas Birnbacher (Schleching) erhielt.

© SID

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