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05.01.2007

15:14 Uhr

Biathlon Weltcup

Neuner krönt deutsche Gala in Oberhof

Die deutschen Biathletinnen haben beim Weltcup in Oberhof mit einem Dreifach-Triumph ihre Extraklasse unter Beweis gestellt. Magdalena Neuner gelang dabei ihr erster Weltcupsieg vor Andrea Henkel und Martina Glagow.

Die jüngste der deutschen Starterinnen war der große Star bei der Gala der deutschen Biathletinnen in Oberhof. Nesthäkchen Magdalena Neuner hat an der Spitze einer deutschen Troika für ihre Siegpremiere gesorgt. Den ersten großen Triumph ihrer Karriere feierte die gerade 19-Jährige im 7,5-km-Sprint unter dem Jubel von 19 000 begeisterten Fans am Thüringer Rennsteig vor Weltcup-Spitzenreiterin Andrea Henkel und Martina Glagow. Kati Wilhelm wurde Neunte.

"Das ist unglaublich, der Wahnsinn. Ich kann das alles noch gar nicht richtig realisieren", sagte Neuner. Die Zolloberwachtmeisterin aus dem 1 500-Seelen-Ort Wallgau hängte die komplette Weltelite bei Dauerregen und Grippe-Wetter trotz zweier Strafrunden dank einer furiosen Laufleistung ab und erinnerte nicht nur durch ihre rot-schwarze Kappe an ihr Vorbild Uschi Disl. "Ich bin einfach über die Strecke geflogen. Die Beine waren so locker. Mich hat das gar nicht so angestrengt."

Neuner korrigiert nun ihre Ziele

Bisher hatte die seit Jahren als größtes deutsches Talent geltende fünfmalige Junioren-Weltmeisterin immer die Junioren-WM als Saisonziel Nummer eins genannt. "Natürlich würde ich mich nicht ärgern, wenn mich der Bundestrainer jetzt sogar mit zur WM nach Antholz mitnimmt", sagte die Überraschungssiegerin. Ihr Coach Uwe Müssiggang bescheinigte seiner Newcomerin eine "phantastische Leistung. Das war schon tough, wie sich die Lena vor dieser Kulisse präsentiert hat."

Die Kulisse der fanatischen Fans in der Rennsteig-Arena hatte Neuner mithilfe von Ohrstöpseln gefiltert. "Ich bin mit Ohropax gelaufen. Das sollte vor allem am Schießstand helfen. Da bin ich doch noch nicht so stabil." Dennoch verfehlte Neuner im Stehendanschlag zwei Scheiben und musste in die Strafrunde einbiegen. Aber auch weil sie im Gegensatz zu ihren prominenteren Teamkolleginnen nicht für die kraftraubende Staffel zum Weltcup-Auftakt berücksichtigt worden war, hängte Neuner auf der Schlussrunde alle regelrecht ab.

Auch Henkel und Glagow sind zufrieden

"Ich wusste, dass die Lena so etwas drauf hat", lobte auch Andrea Henkel die junge Siegerin. Mit sich war die dreifache Saisonsiegerin, die erstmals in ihrer Karriere im Gelben Trikot der Weltcup-Besten ihr Heimspiel bestritt, auch zufrieden. "Mir ist auf schwerer Strecke ein gutes Rennen gelungen. Und die Führung in der Gesamtwertung habe ich auch noch ausgebaut." Insgesamt führt Henkel (Großbreitenbach) nun mit 343 Punkten vor der diesmal auf Rang zehn gelandeten Schwedin Anna Carin Olofsson (260) und Wilhelm (Zella-Mehlis/258).

Neuner geht am Sonntag (11.30 Uhr) als Erste und damit als Favoritin in das 10-km-Jagdrennen, bei dem auch der im Sprint fehlerfrei schießenden Martina Glagow (Mittenwald) Siegchancen eingeräumt werden. "Auf der Strecke war ich doch ziemlich müde, aber beim Schießen habe ich sehr konzentriert gearbeitet und die Null geschafft. Ich bin super zufrieden, alles wunderbar", sagte Glagow.

© SID

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