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03.01.2007

18:36 Uhr

Biathlon Weltcup

Wilhelm vergibt deutschen Staffel-Sieg

Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat den Sieg in Oberhof nur knapp verpasst. In einem spannenden Wettbewerb verlor Kati Wilhelm auf den beiden Schlussrunden das direkte Duell gegen die Französin Sandrine Bailly.

Die deutsche Frauen-Staffel hat den Sieg beim Weltcup-Rennen in Oberhof nur knapp verpasst. Auf den beiden Schlussrunden vergab Olympiasiegerin Kati Wilhelm den ersten deutschen Staffelsieg in diesem Winter, als sie das direkte Laufduell gegen die Französin Sandrine Bailly verlor.

Windlotterie am Schießstand

"Das war schon sehr unglücklich. Immer wenn ich abdrücken wollte, hat der Wind meine Waffe nach rechts gedrückt", ärgerte sich Wilhelm. "Die Schüsse waren wohl alle knapp vorbei, aber die blöden Scheiben wollten einfach nicht umfallen." So musste Wilhelm 6,8 Sekunden hinter Frankreich gemeinsam mit Martina Glagow, Neuling Kathrin Hitzer und Andrea Henkel als Zweite den deutschen "Stammplatz" auf dem Siegerpodest einnehmen, zum fünften Mal in den letzten neun Rennen. Der letzte Triumph war am 6. Januar 2005 in Oberhof gelungen.

"Wir hätten schon gerne einmal wieder ganz oben gestanden. Aber wir sind ganz dicht dran", kommentierte Bundestrainer Uwe Müssiggang das turbulente Rennen vor der "Mittwoch-Rekordkulisse" von 16 500 Fans am Rennsteig. Die 16 000 Euro Siegprämie kassierten die Französinnen, Dritter wurde China. "Aber wir heben uns den Sieg für die WM auf. Da wollen wir ganz oben stehen", meinte Wilhelm selbstbewusst.

Athletinnen hadern mit dem Untergrund

Auf dem mit über 3 500 Kubikmetern geschredderten "Fisch-Eis" aus Bremerhaven und 2 500 Kubikmetern Kunstschnee aus Oberhofer Schneekanonen bestmöglich präparierten Parcour hatten die deutschen Skijägerinnen von Beginn an ihre Sorgen. "Es war teilweise so schlüpfrig, da hätte ich die Stahlkanten der Alpinen gebraucht", schilderte Martina Glagow (Mittenwald) die Szenerie.

Die Startläuferin musste bei böigem Wind dreimal beim Schießen nachladen, kämpfte sich auf der Strecke aber wieder an die Spitze heran. "An einem Mittwoch so eine Kulisse, einfach fantastisch", meinte Glagow. Olympiasieger und Topfavorit Russland büßte nach einer Strafrunde von Startläuferin Jekaterina Jurjewa gleich fast zwei Minuten ein und war am Ende auf Platz sechs chancenlos.

Hinter den von Beginn an enorm starken Französinnen konnte Weltcup-Spitzenreiterin Andrea Henkel (Großbreitenbach) keinen Boden gut machen, weil sie gleich vier von zehn Schießzielen nicht beim ersten Versuch traf. So ging Kathrin Hitzer (Gosheim) mit 35 Sekunden Rückstand auf Frankreich nicht wie erhofft mit Vorsprung sondern als Zweite auf ihre erste Weltcup-Staffelrunde.

Hitzer hat Nerven nicht im Griff

Hitzer hatte von Bundestrainer Uwe Müssiggang am Silvestertag per Telefon von ihrem Einsatz erfahren und ging couragiert zur Sache. Erst als sie beim Stehendschießen drauf und dran war, die Führung zu übernehmen, flatterten die Nerven. Die 20-Jährige musste einmal in die Strafrunde und meinte hinterher: "Ausgerechnet in meiner guten Disziplin ein Fehler, dass hat mich schon ein wenig geknickt. Das Rennen war so schwer, aber ich habe es trotzdem genossen."

Die routinierte Wilhelm schien dann schon auf der Siegerstraße, als Bailly beim Liegendschießen eine Strafrunde drehte. Dann aber schossen beide zeitgleich im Stehendanschlag permanent daneben, marschierten Seite an Seite in die Strafrunde, und Bailly war am Ende die stärkere Läuferin.

© SID

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