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08.01.2009

09:33 Uhr

Biathlon-Weltmeisterschaft in Oberhof

Skijäger mit weißer Weste bringen Quote

VonMartin Henkel

Beim Weltcup in Oberhof verdrängt die Biathlonwelt das Thema Doping. Denn ein neuer Skandal könnte das Interesse an dem Event abrupt beenden. Für einen solchen Fall haben die Sponsoren allerdings längst vorgesorgt.

Sabrina Buchholz am Mittwoch beim Weltcup in Oberhof. Foto: Reuters dpa

Sabrina Buchholz am Mittwoch beim Weltcup in Oberhof. Foto: Reuters

BERLIN. Organisationschef Wolfgang Filbrich kann sein Glück kaum fassen: Noch nie gab es bei seinem Biathlon-Weltcup in Oberhof so viel Schnee, noch nie waren die Fernsehsender so nah dabei, noch nie war das Interesse an der ehemaligen Randsportart so groß. Einen Ansturm von 100000 Zuschauern erwartete Oberhof für den fünftägigen Weltcup. Auf Anregung des ZDF gibt es zum ersten Mal in der Geschichte Nachtrennen an allen Wettkampftagen. Es gibt nichts Vergleichbares im Wintersport. "Wir haben noch nie so eine erfreuliche Situation gehabt", sagt Filbrich.

Biathlon ist beliebter denn je: Schon im vergangenen Jahr erzielten ARD und ZDF Marktanteile von 30 bis 40 Prozent bei Übertragungen des Kombinationswettkampfes aus Langlauf und Schießen. Und doch: Über der heilen Welt schwebt ein Damoklesschwert. Sollten Dopingfahnder einen deutschen Athlet überführen, kann sich der Sport auf ein abruptes Ende des Booms gefasst machen.

Ganz von der Hand zu weisen ist der Verdacht nicht - und das wissen auch die Sponsoren. Sie haben längst für den Ernstfall vorgesorgt und in den Verträgen Ausstiegsklauseln verankert. Inmitten der Hausse im Biathlongeschäft verwundert es daher kaum, dass der Jahrestag des bis dato größten Dopingaufruhrs im Lager der deutschen Biathleten weitgehend unbeachtet bleibt - und Sponsoren wie TV-Anstalten das Thema weitgehend ignorieren.

Genau vor einem Jahr kolportierte der österreichische "Kurier" erstmals Gerüchte, wonach sich mindestens 30 Spitzenathleten an der Wiener Blutbank "Humanplasma" den Lebenssaft hätten auffrischen lassen. Kurze Zeit später berichtete die ARD, dass darunter auch deutsche Biathletinnen seien - ebenso wie einen Monat darauf die "Tiroler Tageszeitung", die sich auf eine anonyme Anzeige beim österreichischen Bundeskriminalamt bezog.

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