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09.09.2012

20:30 Uhr

Bilanz der Paralympics

Wirtschaftlicher Erfolg und Publikumsmagnet

VonMichael Maisch

Wenn am Sonntag die Paralympics zu Ende gehen, ist es Zeit Bilanz zu ziehen: Für die Briten waren es nicht nur sportlich erfolgreiche Spiele - zum ersten Mal standen auch die Paralympics finanziell ganz gut dar.

Athlet Jonnie Peacock feiert überschwänglich den Gewinn seiner Goldmedaille. dpa

Athlet Jonnie Peacock feiert überschwänglich den Gewinn seiner Goldmedaille.

London„Go Jonnie Go“, die 80 000 Zuschauer im Londoner Olympia-Stadion trugen Jonnie Peacock mit ihrem Jubel quasi über die Ziellinie. Als der 19 Jahre alte Brite am vergangenen Donnerstag die hundert Meter bei den Paralympischen Spielen in der Weltrekordzeit gewann, wurde er endgültig zur Legende. 80 000 Zuschauer trugen ihn dabei mit über die Ziellinie Peacocks Sieg brachte die 103. Medaille für das Team GB. Damit hatten die behinderten britischen Sportler bereits drei Tage vor dem Ende der Wettkämpfe ihre Zielvorgabe erfüllt.

Wenn am Sonntag Abend eine Phalanx britischer Musikstars, allen voran die Band Coldplay, die Schlusszeremonie der Paralympics in ein gigantisches Rockfestival verwandeln wird, gehen für die Briten aber nicht nur sportlich erfolgreiche Spiele zu Ende. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hätten sich die Paralympics finanziell auch selbst getragen, freut sich Paul Deighton, Chef des Organisationskomitees Locog.

Deightons Rechnung geht tatsächlich auf, allerdings nur unter bestimmten Annahmen, denn eigentlich gibt es nur ein gemeinsames Budget für die Olympischen und die Paralympischen Spiele. Die zusätzlichen Kosten für die Paralympics beziffert Locog auf rund 190 Millionen Pfund, die Hälfte davon, 95 Millionen Pfund, steuerte die Regierung bei.

Für den wirtschaftlichen Erfolg der Paralympics ist vor allem die Tatsache verantwortlich, dass zum ersten Mal in der Geschichte, der zweitgrößten Sportveranstaltung der Welt alle Tickets komplett ausverkauft waren. „Die Leute hätten gerne für noch mehr Eintrittskarten bezahlt, aber sie konnten nicht, weil alle weg waren“, sagt Deighton stolz.

Tatsächlich fielen die Einnahmen aus dem Verkauf von 2,7 Millionen Tickets mit 45 Millionen Pfund um zehn Millionen Pfund höher aus als erwartet. Dazu werden etwa 80 Millionen Pfund aus dem Merchandising kommen. Über 65 speziell für die Paralympics lizenzierte Produkte konnten die Fans erwerben, von der Anstecknadel über Souvenirprogramme bis zu T-Shirts von Adidas.

Kommentare (1)

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wiewardas

10.09.2012, 14:11 Uhr

....alles super - aber wird das mit den Paralympics nicht inzwischen zuuuu hoch geschraubt!? "Normale" Olympiade: 302 Wettbewerbe in 26 Sportarten, Paralympics: 503 Wettbewerbe in 20 Sportarten. Das ist inflationär. Es ist lobenswert, "jedem" die Möglichkeit der Teilnahme zu geben, aber müssen alleine beim 100m-Lauf der Herren 15 (!!!) Wettbewerbe (bedingt durch unterschiedliche Behindertenklassen) ausgetragen werden???

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