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27.01.2007

12:07 Uhr

Bob WM

Lange nach zwei WM-Läufen in Führung

Bei der Zweierbob-WM in St. Moritz fährt Andre Lange der Goldmedaille entgegen. Der Doppel-Olympiasieger aus Oberhof liegt nach zwei von vier Läufen 0,11 Sekunden vor Simone Bertazzo auf Platz eins.

Doppel-Olympiasieger Andre Lange liegt bei der Zweierbob-WM in St. Moritz zur Halbzeit auf Goldkurs. Der Oberhofer war mit Anschieber Kevin Kuske nach zwei von vier Läufen 0,11 Sekunden schneller als der überraschend starke Italiener Simone Bertazzo. Dritter ist vor dem Finaltag der Schweizer Ivo Rüegg mit 0,32 Sekunden Rückstand. Matthias Höpfner (Oberbärenburg) stürzte nach Fahrfehler in der Horse-Shoe-Kurve und schied aus. Die Entscheidung fällt am Sonntag (ab 9.00 Uhr).

"Ich bin erst einmal zufrieden, wie es gelaufen ist", meinte der fünfmalige Weltmeister Lange: "Im ersten Durchgang hatten wir im oberen Teil Zeit verloren, weil viel Schnee in der Bahn lag." Der Olympiafünfte Höpfner war mit Startnummer zwei unmittelbar vor Lange an der Reihe gewesen, leistete sich in der Horse-Shoe-Kurve bei leichtem Schneefall einen Fehler und kippte um. Lange und Anschieber Kevin Kuske mussten fast zehn Minuten warten, schafften trotzdem einen Startrekord. "Wir haben den Spurbob gespielt", meinte Kuske.

Für Höpfner "bricht eine Welt zusammen"

Der 31-jährige Höpfner (Oberbärenburg) war nach seinem Missgeschick den Tränen nahe, zog sich gleich ins Teamhotel nach Pontresina zurück. "Für mich bricht eine Welt zusammen, nach der EM bin ich nun auch beim zweiten Saisonhöhepunkt gestürzt", meinte er: "Das muss ich erst einmal verarbeiten." Viel Zeit bleibt ihm nicht, schließlich muss er am Donnerstag eine Selektion um einen Startplatz im Viererbob (3./4. Februar) gegen Karl Angerer (Königssee) bestreiten.

Bremser Andreas Porth verließ wie schon in Cortina vorzeitig den Schlitten, blieb diesmal aber unverletzt. Vor zwei Wochen hatte er sich den Rücken aufgeschürft und nach dem "Ausstieg" die Bänder am linken Knie lädiert. "Alles in Ordnung, mir geht es gut", gab er diesmal nach dem riskanten Ausstiegsmanöver Entwarnung.

Lange könnte mit Langen gleichziehen

Bei Lange lief alles nach Plan. Für den Thüringer wäre es nach 2003 in Lake Placid der zweite WM-Titel im kleinen Schlitten. WM-Gold im Bob-Mekka St. Moritz fehlt dem 33-Jährigen noch, beim letzten Championat 2001 im Schweizer Novelkurort hatte der inzwischen nicht mehr aktive Christoph Langen einen Doppelerfolg gefeiert. Mit zwei Siegen im Engadin könnte Lange, damals im Vierer Zweiter, mit dem siebenmaligen Weltmeister Langen nach Titeln gleichziehen.

In der Zweier-Konkurrenz setzte der dreimalige Olympiasieger einen zuvor nur im Training gefahrenen Schlitten ein. Auch die Kufen waren neu, diese ließ er sich erst in St. Moritz vom Bob-Weltverband Fibt abnehmen. Die Materialexperten der FES in Berlin hatten bis zuletzt getüftelt, in den ersten beiden Läufen wurde dies bereits belohnt.

Der Olympianeunte Bertazzo und Samuele Romanini erwischten einen glänzenden ersten Lauf, lagen da sogar 0,22 Sekunden vor Lange. Der fuhr dann im zweiten Durchgang mit Bahnrekord aber nach vorn und verschaffte sich eine ideale Ausgangsposition. Mitfavorit Steven Holcomb (USA/0,57 Sekunden zurück) ist vorerst Vierter, Titelverteidiger Pierre Lueders (Kanada/0,82) wegen einer schwachen ersten Fuhre gar nur Sechster.

© SID

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