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14.01.2007

11:40 Uhr

Boxen WM

Halmich und Ulrich lassen Boxfans jubeln

Trotz des verpassten K.o.-Siegs gegen Reka Krempf war Regina Halmich mit ihrer erfolgreichen WM-Titelverteidigung rundum zufrieden: "Ich bin froh, dass ich das gegen eine so attraktive Gegnerin so souverän gelöst habe."

Den erhofften K.o.-Sieg beim Start in ihr Abschiedsjahr gab es nicht, aber Regina Halmich verteidigte auch so locker ihren Ruf als Box-Königin. Sportlich ließ die 30-Jährige in ihrem 44. WM-Kampf, dem drittletzten ihrer Karriere, der ehemaligen Kickboxerin Reka Krempf (Ungarn) beim 3:0-Punktsieg keine Chance. Modisch setzte sie mit silber glitzernden Hot Pants ganz neue Akzente und sorgte mit durchschnittlich 6,33 Mill. Zuschauern an den TV-Schirmen für eine Traumquote.

Ulrich rundet Boxabend erfolgreich ab

Für Deutschlands Box-Promoter Nummer 1, Klaus-Peter Kohl, wurde der Abend durch einen weiteren spektakulären Fight von Thomas Ulrich abgerundet. Der Halbschwergewichtler aus Berlin, nach schweren ersten Runden blutüberströmt, holte sich gegen den Franzosen Rachid Kanfouah den Europameistertitel und darf auf seine dritte WM-Chance hoffen.

"Natürlich wäre ein K.o.-Sieg schön gewesen, aber ich bin froh, dass ich das gegen eine so attraktive Gegnerin so souverän gelöst habe", meinte die mit einer Börse in Millionennähe belohnte Halmich zufrieden. Topgestylt und ohne eine echte Schramme im Gesicht kommentierte die Karlsruherin den Zehn-Runden-Kampf auf hohem technischen Niveau. Der selbsternannten "Box-Queen" Krempf blieb mit einer dicken Beule über dem rechten Auge und einem Veilchen unter dem linken nur noch die Kapitulation: "Da braucht man nichts schönzureden. Regina ist die wahre Königin."

"Regina wird immer besser"

Immer wieder schlug die gefürchtete Linke der deutschen Fliegengewichtlerin mit den körperbetonten kurzen Hosen ("Die Männerhosen sind immer so schlabberig") ein. "Don Kohl" bewunderte seine Ausnahmeboxerin, die seit zwölf Jahren auf dem WM-Thron sitzt - und drückte eine Träne weg: "Regina wird immer besser. Sie ist auf den Höhepunkt. Da ist schon ein weinendes Auge dabei, wenn sie zurücktritt."

Halmich will aber nicht an ihrem Entschluss rütteln - im April oder Mai will sie das vorletzte Mal kämpfen, im September soll dann für die für die Zahl ihrer WM-Kämpfe im Guinness-Buch der Rekorde stehende Frau Schluss sein. Halmich: "Der Abschied tut weh, deshalb denke ich lieber an den nächsten Kampf. In ein bis zwei Wochen geht die Vorbereitung los - Urlaub gibts nicht."

Vielleicht wird es in diesem Jahr auch noch einen Rückkampf im "Duell der Geschlechter" gegen TV-Hobbyboxer Stefan Raab geben, dem Halmich im ersten Duell vor sechs Jahren das Nasenbein gebrochen hatte. "Das ist Show, aber wenn es reinpasst, machen wir es", meinte Kohl geschäftstüchtig.

Universum-Chef Kohl war bester Laune, denn in Ulrich hat er nun wieder einen weiteren potenziellen Hauptkämpfer im Stall. Der blonde Beau holte sich ein halbes Jahr nach seiner vernichtenden WM-Niederlage gegen Zsolt Erdei bereits zum dritten Mal den EM-Gürtel - enorme 2,96 Mill. Zuschauer im Durchschnitt verfolgten die Aufzeichnung des Kampfes nach Mitternacht. In Runde zehn der spektakulären Ringschlacht warf Kanfouahs Ecke das Handtuch.

Jagd auf WM-Gürtel nicht aufgegeben

"Ich habe die Jagd auf den Weltmeistertitel nicht aufgegeben. Ich will den Gürtel unbedingt, und das war der erste Schritt dahin", meinte Halbschwergewichtler Ulrich. Sein zugeschwollenes rechtes Auge und das blutende Gesicht zeugten von den zahllosen Treffern, die der in den ersten sechs Runden deutlich unterlegene Berliner einstecken musste. Erst danach trieb er seinen nach der Aufgabe völlig frustrierten Gegner unter dem Jubel der 4 500 Fans mit krachenden Schlagserien durch den Ring.

© SID

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