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21.01.2007

10:53 Uhr

Boxen WM

Walujew behält WBA-Gürtel

Nikolai Walujew bleibt Schwergewichts-Weltmeister nach Version des Weltverbandes WBA. Der 2,13m große Russe besiegte in Basel den US-Herausforderer Jameel Mccline durch technischen K.o. in der dritten Runde.

Der Box-Riese Nikolai Walujew hat in der St. Jakob Halle in Basel den US-Herausforderer Jameel Mccline durch technischen K.o. in der dritten Runde besiegt und bleibt Schwergewichts-Weltmeister nach Version des Weltverbandes WBA. Der Kampf fand dabei ein unglückliches Ende. Mccline rutschte bei der letzten Aktion der dritten Runde aus. Dabei sprang ihm links die Kniescheibe heraus.

"Es kann gut sein, dass meine Karriere zu Ende ist"

"An diese Minuten werde ich mein gesamtes Leben lang zurückdenken. Ich hatte eine große Chance", stammelte Mccline, der bereits in WM-Kämpfen gegen den amtierenden IBF- und IBO-Champion Wladimir Klitschko (Ukraine) sowie Chris Byrd (USA) den Kürzeren gezogen hatte. Gegen Walujew riss seine Patellasehne, was zum Herausspringen der Kniescheibe führte und eine Fortsetzung des Kampfes unmöglich machte: "Es kann gut sein, dass meine Karriere zu Ende ist."

Während Mccline auf einer Trage aus der Halle gebracht wurde und in seinem Heimatland operiert werden muss, dachten Walujew und seine Promoter Wilfried Sauerland und Don King schon an die Zukunft. "Ich werde jetzt nicht lange warten, sondern mich auf meinen nächsten Kampf vorbereiten und meinen Titel weiter verteidigen", meinte Walujew, der mit Mccline in der ersten und dritten Runde Probleme hatte: "Für Mccline hätte der Kampf noch schlimmer ausgehen können. Ich hätte ihn spätestens in der sechsten oder siebten Runde K.o. geschlagen."

"Keiner kann es mit ihm aufnehmen"

King, der darauf beharrte, Mcclines Verletzung sei durch Schlagwirkung zu Stande gekommen und die entscheidende Szene auf der Pressekonferenz in der ihm eigenen Art sogar nachstellte, tönte: "Nikolai wird Champion aller vier Verbände. Keiner kann es mit ihm aufnehmen. Er schlägt so hart, dass er seinem Gegner die Kniescheibe gebrochen hat. Walujew ist der Allerbeste."

Das wird der 146-Kilo-Koloss wohl schon im April bestätigen müssen, dann verteidigt Walujew seinen Titel gegen dem Usbeken Ruslan Chagajew vom Hamburger Universum-Boxstall. Der Kampf soll in Deutschland oder Russland stattfinden. "Wir gehen davon aus, dass Nikolai Chagajew schlägt. Dann könnte es zu dem Kampf kommen, den alle sehen wollen: Walujew gegen Wladimir Klitschko", sagte Sauerland.

Klitschko trifft am 10. März in Mannheim aber zunächst auf den US-Amerikaner Ray Austin. "Jetzt wird Walujew erstmal Chagajew besiegen. Wenn Klitschko dann in der Szene noch eine Rolle spielt, wird Niko auch ihn schlagen", posaunte King, der Mccline einen Rückkampf anbot. Doch der Verletzte lehnte die Offerte vorerst ab.

Walujew peilt Rekord an

Sollte Walujew seine Siegesserie nach dem schwersten Schwergewichts-Kampf aller Zeiten (Walujew und Mccline brachten zusammen 270 Kilogramm auf die Waage) tatsächlich fortsetzen, könnte er auch den Rekord des legendären Rocky Marciano gefährden. Der US-Amerikaner blieb bis zu seinem Rücktritt 1956 in allen seinen 49 Profikämpfen ungeschlagen. Der ebenfalls noch unbezwungene Walujew hat derzeit 46 Siege auf dem Konto.

© SID

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