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08.11.2013

18:52 Uhr

CDU und SPD einig

Doping muss härter bestraft werden

Die zukünftigen Koalitionäre CDU und SPD sind sich einig: Doping soll auch in Deutschland schärfer geahndet werden. Laut Dagmar Freitag wurde bei den Partei-Verhandlungen ein „Meilenstein“ erreicht.

Union und SPD wollen den Kampf gegen Doping verstärken. Man habe gemeinsame Eckpunkte definieren können. ap

Union und SPD wollen den Kampf gegen Doping verstärken. Man habe gemeinsame Eckpunkte definieren können.

BerlinEin zukünftiges Anti-Doping-Gesetz in Deutschland nimmt langsam Formen an – wenn auch vielleicht das Gesetz nicht diesen Namen tragen wird. Dagmar Freitag, die bisherige Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sah nach einer Verhandlung der möglichen Koalitionäre CDU und SPD zum Thema einen „Meilenstein“ erreicht. Es seien gemeinsam Eckpunkte definiert worden, in welche Richtung sich die Gesetzgebung bewegen könne. Ihr Parteikollege Martin Gerster sprach von einem kommenden „Gesetz gegen Doping und Spielmanipulation“.

„Zum ersten Mal war auch die Union bereit, über die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln überhaupt zu verhandeln – das ist ein Meilenstein“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Das bedeutet, dass auch geringste Mengen von Dopingmitteln bereits strafrechtliche Ermittlungen auslösen und zu Verurteilungen führen können.

Dagmar Freitag sprach von einem vermutlich langwierigen Gesetzgebungsverfahren. „Mit der konkreten Arbeit dafür würde ich am liebsten sofort beginnen, wenn die neue Regierung steht“, erklärte sie.

Auf jeden Fall steht fest: Union und SPD wollen den Kampf gegen Doping verstärken. „Wir wollen, dass der Besitz von Dopingmitteln konsequent unter Strafe gestellt wird“, sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann, der Verhandlungsführer der SPD.

„Auch wir treten für weitergehende gesetzliche und untergesetzliche Verbesserungen ein“, betonte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, äußerte aber auch Bedenken: „Wir halten allerdings eine uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln für kontraproduktiv, weil sie faktisch die schnellere und härtere Sportgerichtsbarkeit aushebeln könnte. Dies wollen auch die Koalitionäre nicht, wie aus dem Beschlusstext hervorgeht.“ Die Klärung dieser Frage bleibe daher einer weiteren Prüfung vorbehalten, „der wir mit Interesse entgegen sehen.“

Auch der Unions-Verhandlungsführer, der amtierende Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), sprach sich dafür aus, den Sport vor Manipulation durch Doping zu schützen. Er mahnte jedoch, das sei „nicht ganz so einfach“. Zunächst müssten eine Reihe von formalen und rechtlichen Fragen geklärt werden. Laut Freitag würden an dem ins Auge gefassten Gesetz zwei Ministerien – Justiz und Gesundheit – arbeiten.

Zu Geduld mahnte auch Sportausschuss-Mitglied Martin Gerster (SPD). „Ich bin mir bewusst, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist. Wir haben jetzt die unbeschränkte Besitzstrafbarkeit im Koalitionsvertrag verankert. Das heißt noch nicht, dass es automatisch Grundlage des Gesetzentwurfes werden wird“, sagt er. „Aber es wird ein Gesetz kommen, und das ist gut für alle, die fairen Sport wollen.“

Ein positives Signal brachten die Koalitionsverhandlungen auch für die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA. „Wir stellen eine nachhaltige Finanzierung der NADA durch eine Erhöhung des Anteils des Bundes sicher. Sie soll von der permanenten Finanznot befreit sein“, sagte Gerster. Gegenwärtig hat die deutsche Antidoping-Agentur eine Finanzierungslücke von etwa einer Million Euro.

DOSB-Funktionär Vesper begrüßte „die Zusicherung der Koalitionspartner, die Finanzierung der NADA auf eine solide Grundlage zu stellen“. In seinem Antrag an die Mitgliederversammlung habe das Präsidium des DOSB vorgeschlagen, „dass auch der Sport seinen schon bislang hohen Beitrag weiter erhöht“.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Ariadne

08.11.2013, 20:40 Uhr

Verbot von allen Substanzen. Verbot von allen Drogen.
Verbieten und bei Missbrauch bestrafen. wir können eh auf sie verzichten. Amerika wird auch endlich entlastet und muss kein Geld mehr drucken. Sei sparen Milliarden Behandlungskosten von Folgeschäden. Wir brauchen deren Kick nicht.

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