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28.01.2005

11:48 Uhr

Chronologie

Der Fall Hoyzer: Von der Affäre zum Skandal

Wir dokumentieren den zeitlichen Ablauf der Affäre um Schiedsrichter Robert Hoyzer bis zum 27. Januar.

HB HAMBURG. Wir dokumentieren den zeitlichen Ablauf der Affäre um Schiedsrichter Robert Hoyzer bis zum 27. Januar.

19. Januar: Beim Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschuss, Volker Roth, melden sich vier Beliner Referees, die über Ungereimtheiten im Zusammenhang mit von Robert Hoyzer geleiteten Spielen berichten. Roth informiert den Kontrollausschuss-Vorsitzenden Horst Hilpert.

21. Januar: Bei der Vernehmung der Zeugen in der Frankfurter Verbandszentrale erhärtet sich der Verdacht, dass Hoyzer Spiele manipuliert hat, auf deren Ausgang zuvor hohe Wetteinsätze getätigt worden waren. Hoyzer tritt als Schiedsrichter zurück. Zur Sache macht er keine Angaben mit dem Hinweis, er sei bei seinem Verein Hertha BSC ausgetreten und unterliege damit nicht mehr der DFB - Sportgerichtsbarkeit.

22. Januar: Der DFB informiert in einer Presseerklärung erstmals über den Verdacht gegen Hoyzer in mehreren Fällen. Konkret benennt er nur das Erstrunden-Spiel um den DFB-Pokal zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) am 21. August 2004.

23. Januar: DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder spricht von einem "unglaublichen Schaden" und fordert ein generelles Wettverbot für Schiedsrichter aus. Der Präsident des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, fordert Entschädigungen, falls sich der Verdacht erhärtet. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger bewertet den Fall als Betrug. Die staatliche Sportwette Oddset erklärt, dass sie den DFB bereits frühzeitig über auffällige Vorgänge beim Spiel Paderborn - HSV informiert habe.

24. Januar: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig nimmt die Ermittlungen gegen Hoyzer auf. Der DFB weitet sein Ermittlungsverfahren auf insgesamt sechs Spiele im DFB-Pokal, 2. Bundesliga und Regionalliga aus, die von Hoyzer manipuliert worden sein sollen. Das DFB-Präsidium beschließt, dass das Pokalspiel Paderborn - Hamburg nicht wiederholt wird.

25. Januar: Die Berliner Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich, Manuel Gräfe, Olaf Blumenstein und Felix Zwayer erhärten in einer gemeinsamen Erklärung den Verdacht gegen Hoyzer. Dieser beteuert in einem TV-Interview seine Unschuld und beauftragt den Essener Anwalt Stephan Holthoff-Pfoertner mit der Wahrung seiner Interessen. Die SpVgg Greuther Fürth legt beim DFB Einspruch gegen die Wertung des verlorenen Zweitliga-Punktspiels gegen Rot-Weiß Essen (0:1) ein, das von Hoyzer geleitet wurde.

26. Januar: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt den Fall nach Berlin ab. Dort gerät Hoyzer in Verdacht, regelmäßige Verbindungen zur kroatischen Mafia gehabt zu haben. Der DFB räumt Lücken im Schiedsrichter-Kontrollsystem ein.

27. Januar: Hoyzer gibt in einer schriftlichen Erklärung die gegen ihn erhobenen Manipulations-Vorwürfe zu: "Die in der Öffentlichkeit erhobenen Anschuldigungen gegen mich sind im Kern zutreffend." Er stehe Staatsanwaltschaft und DFB zur "vollumfänglichen Aufklärung" zur Verfügung. In die Affäre seien noch "viele andere Leute" verstrickt. FIFA-Präsident Joseph Blatter fordert eine "lückenlose Aufklärung" und kritisiert den DFB, dass Hoyzers "Machenschaften für eine so lange Zeit unentdeckt geblieben sind".

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