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06.01.2005

18:33 Uhr

Der etwas andere Showman

Porträt: Janne Ahonen springt, siegt und schweigt

Selbst Günther Jauch stößt an seine Grenzen, wenn er aus Janne Ahonen mehr als Standardsätze herausbringen will.

HB BISCHOFSHOFEN. Egal ob in Englisch oder Finnisch: Der Überflieger dieser Saison bleibt sich in Interviews stets treu und gibt nur so viel von sich Preis, wie ihm nötig erscheint. Das Image des "Schweigers", welches er sich in seinen ersten erfolgreichen Jahren im Skisprung-Weltcup erworben hat, pflegt Ahonen mit wachsender Begeisterung. Und auch für seine zurückhaltende Art hat er eine plausible Erklärung. "Wer von mir verlangt, dass ich beim Springen lache, den würde ich keine mal mit Ski auf die Schanze stellen", sagt Ahonen.

Die Augen des 27-Jährigen, der am Donnerstag zum dritten Mal nach 1999 und 2003 die Vierschanzentournee gewann, verraten jedoch die innere Freude, mit den Medien der Welt zu spielen. Denn der Familienvater aus Lahti, der im vergangenen Sommer seine langjährige Freundin Tiia heiratete, kann ganz anders. Zum Beispiel, wenn er mit Landsleuten spricht. Da plaudert er munter drauf los, lacht herzlich und hebt sich gar nicht mehr so sehr von seinen Springer-Kollegen ab, die bei Erfolgen im Überschwang der Freude die Welt einreißen könnten. "Er ist immer einer der Letzten am Tisch und sehr lebhaft", berichtet ein finnischer Journalist.

Ahonens in der Öffentlichkeit praktizierte Art des anderen Showmans kommt immer besser bei den Fans an. Bei der Tournee wurde er auch ob seiner unglaublichen sportlichen Leistungen sowohl in Deutschland als auch in Österreich enthusiastisch gefeiert. In Finnland ist er längst zu einem Superstar aufgestiegen, spaltet aber auch dort die Medien. Bei einer unter 420 Sportjournalisten durchgeführten Befragung nach dem Sportler des Jahres 2004 setzten ihn 130 auf Platz eins, 45 strichen ihn dafür gänzlich von der Liste.

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