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21.01.2005

11:00 Uhr

Der Skiläufer Hermann Maier ist bescheiden geworden

Ein Lebenjenseits von Platz eins

VonMarkus Huber (Handelsblatt)

"Doppelweltmeister. Doppelolympiasieger. Viermaliger Gesamtweltcupsieger. 47-maliger Einzel-Weltcupsieger." Sonst steht nichts auf der Startseite der Hermann-Maier-Homepage - in dieser Saison hat er noch kein Rennen gewonnen.

WIEN. Es ist selten, dass ein Spitzensportler mit Understatement soviel Selbstbewusstsein ausgestrahlt hat, und das passte bislang auch ganz gut zu Hermann Maier, der in den vergangenen Jahren den alpinen Skirennsport fast nach Belieben dominiert hat.

In dieser Saison ist vom großen Hermann Maier wenig zu sehen gewesen. Noch kein einziges Rennen hat er gewonnen. Er ist zwar immer noch Vierter im Gesamtweltcup, aber das täuscht - weder technisch noch bei der Kraft ist der 32-Jährige auf höchstem Niveau. Im Riesenslalom, den Maier in den späten 90er-Jahren beherrschte, ist nicht nur der US-Amerikaner Bode Miller klar besser. Beim Riesenslalom, in Adelboden (Schweiz), waren nach dem ersten Lauf fast 20 Gegner schneller als Maier.

Im Super-G und in der Abfahrt läuft es zwar besser, aber Maiers vierter Platz beim Rennen in Wengen vom vergangenen Samstag war sein bisher bestes Abfahrtsergebnis in dieser Saison. Die Folge: Maier ist in der Rangliste der österreichischen Abfahrer derzeit nur die Nummer fünf. Bei der WM in Bormio (Italien), die kommende Woche beginnt, dürfen aber nur vier Österreicher starten. Heute beginnen die Weltcup-Rennen in Kitzbühel, und Maier muss einen Platz unter den ersten Drei erreichen, um sich für die WM zu qualifizieren.

Doch der Körper des Salzburgers spielt nach sieben Jahren in der Weltspitze nicht mehr so mit wie früher. Die Folgen der diversen Verletzungen machen sich immer stärker bemerkbar. Zwar hatte Maier 2003 das verrückteste Comeback der Skigeschichte geliefert. 18 Monate nach einem schweren Motorradunfall und nur 13 Tage nach seinem ersten Weltcup-Rennen gewann Maier den Super-G in Kitzbühel. Doch das damals verletzte rechte Bein ist immer noch nicht kräftig genug. All das hat dazu geführt, dass Maier, Österreichs bestbezahlter und vielleicht auch arrogantester Sportler, leiser geworden ist. Jetzt freut er sich bereits über vierte Plätze.

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