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07.02.2005

09:18 Uhr

Deutsche Handballer erkämpfen WM-Platz neun

Brand droht mit Rücktritt

Die Kritiker setzen dem Handball-Bundestrainer zu. Vor allem deshalb, weil seine Spieler mehr gezeigt haben, als der Coach vor der Handball-WM in Tunesien zu hoffen gewagt hatte.

Heiner Brand Foto: dpa

Heiner Brand Foto: dpa

SOUSSE. Seine Spieler haben mehr gezeigt, als Heiner Brand vor der Handball-WM in Tunesien zu hoffen gewagt hatte. Und dennoch wirkte er nach dem neunten Platz, den das DHB-Team aufopferungsvoll mit 39:34 nach Verlängerung gegen Tschechien erkämpft hat, deprimiert. Die Kritik an der Leistung der neu formierten Mannschaft ging ihm nahe - so nahe, dass er mit seinem Rücktritt drohte.

"Es muss in Zukunft gewährleistet sein, dass ich in Ruhe arbeiten kann. Sonst muss man Konsequenzen ziehen", erklärte Brand nach der Kritik von Ex-Nationalspieler Erhard Wunderlich und Funktionären aus dem Verband. Sie hätten nicht bedacht, dass dem jungen Team das zurückgetretene Quintett um Stefan Kretzschmar ebenso fehlte wie fünf verletzte Leistungsträger. Die Youngster, die im Durchschnitt nur 25 Jahre alt waren, sprangen dafür in die Bresche und schlugen sich achtbar. Fünf Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen lautet die Bilanz beim ersten großen Turnier nach dem großen Umbruch.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich auch Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), zwei Jahre vor der WM im eigenen Land. Und er schloss einen vorzeitigen Rückzug seines Trainers aus. "Ich bin überzeugt, dass dieser Vorstoß von Heiner keinen ernsthaften Hintergrund hat." Er betonte, dass die Mannschaft "das Machbare" erreicht und "hervorragend Auftritte" gehabt hatte.

Brand bemängelte, dass die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit durch gezielte Aussagen vermeintlicher Experten beeinflusst worden sei. "Dabei war doch klar, dass wir nicht ganz vorne mitspielen können", verdeutlichte der Weltmeister von 1978 und stellte sich voll hinter seine Mannschaft: "Mit der Art und Weise, wie sie unter den Voraussetzungen hier aufgetreten ist, bin ich sehr zufrieden." Aber er fordert auch Geduld ein: "Ich weiß, dass man mit dieser Mannschaft viel bewegen kann, aber sie braucht noch Zeit." Dass die verbleibenden zwei Jahre ausreichen, um bis zur Heim-WM an das alte Niveau anzuknüpfen, scheint indes möglich.

Quelle: News

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