Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2015

16:59 Uhr

Deutscher Nationalspieler in die NBA

Ohne Pleiß kein Preis

VonAlexander Möthe

Riese unter Riesen: Center Tibor Pleiß ist ein Schlüsselspieler der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, die im September in Berlin zur EM antritt. Nun wechselt er in die US-Liga NBA – und wird Multimillionär.

Den Traum von der NBA wahr gemacht, den EM-Titeltraum vor Augen. dpa - picture-alliance

Nationalspieler Tibor Pleiß

Den Traum von der NBA wahr gemacht, den EM-Titeltraum vor Augen.

DüsseldorfDie US-amerikanische Profi-Basketballliga NBA ist eine der lukrativsten  Sportligen überhaupt. Im Schnitt haben die 30 Teams einen Wert von 1,2 Milliarden Dollar. Und trotz Gehaltsbegrenzung fließen für Spieler die Millionen.  Begeistertes Publikum, Sport auf höchstem internationalen Niveau, dicke Gehälter – für die meisten Basketballer ist die NBA das erklärte Traumziel.

Einer, der seinen Traum nun Leben kann, ist der deutsche Tibor Pleiß. Der Klub Utah Jazz hat den 25-Jährigen, bislang in Diensten des FC Barcelona, für zunächst drei Jahre unter Vertrag genommen. Pleiß wird damit zum derzeit vierten aktiven Deutschen in der NBA. Und mit dem Wechsel von Spanien in den Mormonenstaat zum Multimillionär: zehn Millionen Dollar ist der Vertrag Medienberichten zufolge schwer.

Neben Pleiß spielen auch Chris Kaman, Dennis Schröder und Superstar Dirk Nowitzki in der US-Profiliga. Und gemeinsam mit Schröder und Nowitzki wird der gebürtige Bergisch-Gladbacher im September für die deutsche Nationalmannschaft bei der Basketball-Europameisterschaft in Berlin antreten. Nicht nur für Pleiß ist das NBA-Engagement ein Glücksfall, auch für den deutschen Basketball.

NBA-Start: Im Schlaraffenland des Basketballs

NBA-Start

Im Schlaraffenland des Basketballs

Die NBA ist die reichste Profisportliga der Welt. Nirgendwo sonst verdienen Sportler so viel Geld wie im nordamerikanischen Basketball. Auch Neulinge aus Deutschland profitieren von dem luxuriösen Gehaltsniveau.

Der 2,18-Meter-Mann, der schon in Köln und Bamberg spielte, spielt die Position des Centers. Sein Hoheitsgebiet ist die Zone um die Körbe. Ein Spielertyp wie Pleiß wurde in der NBA in den vergangenen Jahren zunehmend gesucht. War über Jahrzehnte das Spiel des Centers in den USA von maximaler Körperlichkeit geprägt, hat sich das Bild des Riesen, der stumpf den direkten Weg zum Korb zumacht oder sucht, maßgeblich geändert.

„Er ist groß. Er kann den Ball schießen und ist ein exzellenter Vollstrecker am Ring“, lobte etwas Utahs General Manager Dennis Lindsey die Neuverpflichtung. Entscheidend ist dabei die Fähigkeit des guten Wurfes, gerade von außerhalb der Zone um den Korb. Dirk Nowitzki hat mit seinem Spiel diesen Spielertyp geprägt. Groß genug, um im Kampf um Blocks und Abpraller mitzumischen. Beweglich genug, um der gegnerischen Verteidigung ausweichen zu können. Und dabei selbst von der Drei-Punkte-Linie treffsicher sein.

Nowitzki wurde mit dieser Spielweise zu einem der Top-Verdiener der Liga, einmal zum wertvollsten Spieler gekürt und mit den Dallas Mavericks auch Meister. Von dieser Laufbahn ist Pleiß ein gutes Stück entfernt. Doch er gilt als hoch veranlagt, entwicklungsfähig – und er hat sich bereits in großen Ligen bewiesen.

Die kolportierten zehn Millionen, die er erhält, sind kleines Geld für einen Spieler in der NBA. Zum Vergleich: Zuletzt wurden dem Center DeAndre Jordan von den Los Angeles Clippers  110 Millionen Dollar für fünf Jahre geboten. Allerdings bieten sich NBA-Spielern in der Regel hochdotierte Werbeverträge. Womöglich lässt sich Pleiß hier bei entsprechender Leistung auf mehr Angebote als Superstar Nowitzki ein, der aus freien Stücken auf üppige Zahlungen und dauerhafte Medienpräsenz verzichtet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×