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25.01.2005

11:34 Uhr

DFB will Frühwarnsystem einrichten

Wettbetrug erschüttert deutschen Fußball

VonR. Ide (F. Teuffel und T. Knüwer, Handelsblatt)

Der Skandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer zieht weiter Kreise. Der 25-Jährige soll mehrere Spiele manipuliert haben, auf die er zuvor hohe Wetten gesetzt haben soll - darunter das Pokalspiel, das Paderborn gegen den HSV mit 4:2 gewann.

FRANKFURT/M. Insgesamt gebe es im Fall Hoyzer Manipulationsverdacht bei insgesamt fünf Spielen, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach einer Sondersitzung am Montagabend in Frankfurt mit. Wie das DFB-Präsidium weiter mitteilte, gibt es auch beim Zweitligaspiel Rot-Weiss Essen gegen den 1. FC Köln, bei dem Hoyzer nicht zum Schiedsrichtergespann gehörte, den Verdacht auf Manipulation. Weitere Einzelheiten dazu wollte der DFB nicht nennen. Ein DFB-Sprecher wies allerdings einen Bericht des "Hamburger Abendblatts" zurück, nachdem noch gegen mindestens zwei weitere Unparteiische ermittelt werde.

Hoyzer selbst behauptete in der "Bild"-Zeitung, kein Geld auf die Spiele gesetzt zu haben, die er leitete. Und fraglich ist bislang, ob der DFB ihn vernehmen darf. Erste Meldungen besagten, Hoyzer, der lange in Berlin gelebt hat, sei aus seinem Stammverein Hertha BSC Berlin ausgetreten - und somit nicht mehr auskunftspflichtig. Gestern Nachmittag aber dementierte der Verein dies.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft, ob gegen Hoyzer ein Anfangsverdacht wegen Betrugs oder einer anderen Straftat bestehe, sagte ein Sprecher. Und betroffene Vereine prüfen Schadensersatzklagen. Der Hamburger SV hat gestern Einspruch gegen die Wertung des mit 2:4 verlorenen Pokalspiels beim SC Paderborn eingelegt. "Nachdem sich die Erkenntnisse einer Manipulation weiter erhärtet haben, werden wir als Hauptgeschädigter alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, den uns entstandenen Schaden auszugleichen", sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann.

Aus Schiedsrichterkreisen stammten Hinweise, es gebe deutliche Zusammenhänge zwischen den Entscheidungen des Schiedsrichters und den Wetteinsätzen. Die Summen, die bei den Buchmachern gesetzt worden sind, seien "nicht unerheblich", sagte DFB-Chef Theo Zwanziger. Laut Horst Hilpert, dem Chef des DFB-Kontrollausschusses, bestehe dringender Tatverdacht gegen Hoyzer.

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