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03.02.2017

15:46 Uhr

Die Werbespots zum 51. Superbowl

Budweisers Hymne auf die Einwanderung

VonAlexander Möthe

Der Superbowl ist das hohe Amt der Werbewirtschaft und strotzt vor kreativen Clips. Für Aufruhr sorgt in diesem Jahr die Brauerei Anheuser Busch. Die wirbt mit dem steinigen Weg ihres Gründers – als Einwanderer.

Adolphius Busch auf seinem Weg nach St. Louis. Screenshot

Szene aus dem Video

Adolphius Busch auf seinem Weg nach St. Louis.

DüsseldorfGlückwunsch, Anheuser Busch. Die Brauerei hinter den Biermarken Budweiser, Bud Light und Busch hat mit ihrem im Vorfeld veröffentlichten Werbespot für den diesjährigen Super Bowl einen viralen Hit gelandet. Der Super Bowl, das Endspiel der nordamerikanischen Football-Liga NFL, ist nicht nur das größte Sport-Event der Welt, er ist aufgrund seiner Fernsehpräsenz auch ein Gipfeltreffen der Werbewirtschaft. Letzte Saison schalteten allein in den USA 167 Millionen Menschen den Fernseher ein, weltweit war es eine Milliarde. Die Werbeplätze in den Spielpausen sind daher heiß begehrt, die Sender rufen horrende Preise auf. Im vergangenen Jahr kosteten 30 Sekunden Sendezeit im Schnitt 4,28 Millionen Euro – teurer wird es in der Branche schwerlich.

Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die Spots. Es geht darum, im Konzert der Großen Agenturen und Unternehmen Aufmerksamkeit zu generieren. Und bestenfalls der Spot zu sein, über den die Tage danach geredet wird. Das war vor einigen Jahren etwa Volkswagen mit seinem „Darth Vader“ Spot gelungen. Der Grat zwischen Anspruch und Scheitern ist ein schmaler. Oft wirken die Kampagnen verkrampft und bemüht, manchmal schießen sie über das Ziel hinaus. Im folgenden zeigen wir einige der prominentesten Werbeclips, die schon im Vorfeld veröffentlicht wurden, um virale Wirkung erzielen. Denn genug Unternehmen sparen sich die Überraschung für das große Spiel auf.

Budweiser „Born the hard way“

Schon jetzt der erste Star unter den diesjährigen Spots. Der Clip zeigt die – dramaturgisch überzogene, aber grundsätzliche wahre – Geschichte von Firmenmitbegründer Adolphus Busch. Der Mainzer immigrierte Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA um dort Bier zu brauen. Der Bud-Spot zeichnet die Reise im Schnelldurchlauf nach, vom Weg über den Atlantik, den Mississippi hinauf bis nach St. Louis, wo Busch auf den ebenfalls ausgewanderten Deutschen Eberhard Anheuser trifft. Die kleine Familienbrauerei ist inzwischen im weltgrößten Brauereikonzern aufgegangen und „Bud“ gibt es rund um den Globus zu kaufen. Doch das ist nicht der Punkt.

Entscheidend im Spot ist die starke Betonung, dass einige der erfolgreichsten Konzerne der USA von Einwanderern gegründet wurden. Gerade die kurze Sequenz, in der Busch bei seiner Ankunft in New York von Amerikanern beschimpft und abgelehnt wird, schlägt einen Bogen in die Gegenwart. Der Spot wird als deutliche Kritik an der Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump gewertet. Denn dem ist am Schutz amerikanischer Unternehmen und vor allem der Grenzen gelegen. Mit dem kleinen Schlenker auf die eigene, stolze Geschichte führt Anheuser Busch diese Politik wirksam vor – ohne ein explizites politisches Statement abzugeben. Auch selbst dementiert der Konzern, dass es irgendeine Verbindung zur aktuellen Politik gäbe. Kein ungefährliches Terrain dieser Tage, da Trump keine Scheu davor verspürt, Unternehmen via Twitter seinen Zorn spüren zu lassen. Seitdem er nicht mehr selbst Unternehmen, sondern Präsident ist, setzen diese Äußerungen regelmäßig die Aktien der betroffenen Unternehmen unter Druck.

Kommentare (2)

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Frau Annette Bollmohr

03.02.2017, 16:08 Uhr

Glückwunsch, und:

Prosit!

(Übersetzung "prosit": Es nützt, bzw. es möge nützen/nützlich sein; siehe auch https://www.frag-caesar.de/lateinwoerterbuch/prosit-uebersetzung.html)

Herr Grutte Pier

03.02.2017, 17:14 Uhr

Der Gründer von Anheuser Busch war in dem Moment, wo er amerikanischen Boden betreten hat, auf sich selbst gestellt. Er musste selbst für sich und ggf. seine Angehörigen sorgen.
Er war gefordert sich der Welt, in der er sich entschieden hatte leben zu wollen, anzupassen. Wenn er sich an fremden Frauen vergriffen oder geklaut hätte, wäre er massiv bestraft worden.
Ein großer Unterschied zur "Willkommenskultur", die heute von denen, die schon länger hier leben, eingefordert wird.
Hier haben die "Flüchtlinge" massive Rechte bei Rundumversorgung OHNE Pflichten oder Vorleistungen. Bezahlen und "anpassen" soll sich sogar der "Altbürger" und gegenüber Übergriffen o.ä. hat er "tolerant" zu sein.
Der Zustrom aus der ganzen Welt wäre schnell vorbei, wenn die jungen, muslimischen Männer zu diesen Bedingungen (wie seinerzeit) "einreisen" müssten.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass die ursprünglichen Einwohner Amerikas auch ohne "Willkommenskultur" schließlich massiv "reduziert" und enteignet wurden und heute in Reservaten leben.

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