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04.02.2014

19:39 Uhr

Doping-Experte Simon

„60 Prozent aller Olympia-Starter gedopt“

Mehr als die Hälfte der Athleten bei den Olympischen Spielen gehen gedopt in die Wettkämpfe – prophezeit Doping-Experte Perikles Simon. Halt vor der verbotenen Leistungssteigerung mache keine Sportart.

Molekularbiologe Simon ist der Meinung, es würde quer durch alle Sportarten bei den Olympischen Spielen in Sotschi gedopt. dpa

Molekularbiologe Simon ist der Meinung, es würde quer durch alle Sportarten bei den Olympischen Spielen in Sotschi gedopt.

SotschiDer Molekularbiologe Perikles Simon prophezeit, dass mehr als die Hälfte der Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gedopt in die Wettkämpfe gehen werden. „Bis zu 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer werden gedopt sein, quer durch alle Sportarten“, sagte Simon am Dienstag in einem Interview des Internetportals t-online.de.

Dabei würden selbst in Fun- oder Trendsportarten Teile der Athleten ihre Leistung auf verbotene Weise steigern. „Es wäre verrückt anzunehmen, dass zum Beispiel im Curling oder im Freestyle nicht gedopt wird“, sagte Simon. Mit pharmakologischen Möglichkeiten könne in allen Sportarten ein leistungssteigernder Effekt erzielt werden. „Deshalb denke ich, dass in Sotschi in allen Sportarten der Leistung auf unerlaubte Art und Weise nachgeholfen wird.“

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Auch die Formkurve der deutschen Starter in Ausdauersportarten wie Biathlon, Eisschnelllauf oder der Nordischen Kombination, die in den letzten Wochen vor Beginn der Winterspiele in den Weltcups für Furore sorgten, betrachtet Simon mit Argwohn. „Ich will keinem etwas unterstellen, aber eine derartige Leistungsexplosion widerspricht eigentlich der Trainingslehre und auch der sportlichen Praxis des gehobenen Jugend- und Junioren-Elitebereichs“, sagte er. Diese noch nicht voll ausgereizten Sportler schafften nicht solche Leistungssprünge. Simon: „Es scheint mir so, als würden die Profis in den ersten Wettkämpfen Leistungsschwäche vortäuschen.“

Bei den XXII. Winterspielen gibt es eine Rekordzahl von 2453 Doping-Kontrollen. In Vancouver 2010 waren es 2149 Tests.

Von

dpa

Kommentare (1)

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MarkyMurks

05.02.2014, 09:54 Uhr

Das ist doch alles nur noch Lug und Trug! Man hätte niemals Profisport für Olympia zulassen sollen, vorher gab es zwar auch Doping, aber nicht in der Dimension. Vorhin hab ich eine Abstimmung gefunden und ich kann kaum glauben, wie naiv die Menschen immer noch sind und es einfach nicht wahrhaben wollen, dass das mit Sport nichts mehr zu tun hat. Siehe hier: http://bit.ly/doping-in-sotschi

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