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06.12.2014

14:11 Uhr

DOSB-Beschluss

Deutschland bewirbt sich um Olympia 2024

Nun ist es amtlich: Deutschland bewirbt sich um die Olympischen Sommerspiele 2024. Dieser Grundsatzbeschluss wurde auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Dresden getroffen. Berlin oder Hamburg: Das ist noch offen.

10. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB): Deutschland bewirbt sich wieder einmal im Olympia. dpa

10. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB): Deutschland bewirbt sich wieder einmal im Olympia.

DresdenDeutschland wird sich um die Olympischen Spiele 2024 bewerben. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag auf der Mitgliederversammlung in Dresden einstimmig gefasst. Ob Berlin oder Hamburg ins Rennen gehen wird, will der DOSB erst am 21. März 2015 in der Paulskirche in Frankfurt/Main entscheiden. Bis dahin soll um die Zustimmung der Bürger in den Städten geworben werden.

„Sport-Deutschland will Olympische und Paralympische Spiele, Sport-Deutschland kann Olympische und Paralympische Spiele“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Fünf Jahrzehnte nach München 1972 sei es an der Zeit, die Jugend der Welt wieder einzuladen: „Es würde unserer Gesellschaft gut tun.“ Den beiden Kandidaten stellte er für ihre bisherigen Vorarbeit ein gutes Zeugnis aus. „Die Teams aus den beiden Städte agieren olympiareif“, befand Hörmann.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stärkte dem DOSB für die Olympia-Bewerbung den Rücken. „Die Bundesregierung unterstützt den Weg des DOSB für eine Bewerbung mit voller Kraft. Ich halte das für total richtig“, sagte er in seiner Rede vor den Delegierten. Allerdings mahnte er, es gehe nicht in erster Linie um die beiden Städte Berlin und Hamburg. „Es geht um eine deutsche Bewerbung. Nur dann haben wir Chancen und Erfolg“, meinte er.

Der Grundsatzbeschluss von Dresden gibt dem DOSB auch die Möglichkeit, für 2028 eine weitere Bewerbung auf den Weg zu bringen, falls es im ersten Anlauf nicht gelingen sollte. München, das 1972 Gastgeber der Sommerspiele gewesen ist, war zuletzt zweimal mit einer Bewerbung für die Olympischen Winterspiele gescheitert.

Bei der Kandidatur für 2018 gab das Internationale Olympische Komitee der südkoreanischen Stadt Pyeongchang den Vorzug. Der zweite Versuch für 2022 scheiterte an der Ablehnung der Bevölkerung in der Olympia-Region München. Deutschland war davor schon mit den Bewerbungen mit Berlin für 2000 und mit Leipzig für 2012 beim IOC erfolglos gewesen.

„Von unseren Sportlern erwarten wir, dass sie nach Niederlagen wiederaufstehen und dass sie um Erfahrungen reicher wieder an den Start gehen“, begründete er das unerwartet schnell auf den Weg gebrachte Olympia-Projekt. „Wir haben nach der Niederlage mit München nicht resigniert, sondern gezielt gehandelt.“

Spielort Berlin

Die Stadt Berlin

Berlin ist die Hauptstadt und mit knapp 3,5 Millionen Einwohnern auch die größte Stadt der Bundesrepublik Deutschland. Wie kaum eine andere Metropole ist Berlin geprägt von seiner turbulenten Geschichte mit glanzvollen und düsteren Epochen.

Das Olympiastadion

Gespielt wird im Olympiastadion, der Heimspielstätte von Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC. Das Stadion wurde von 1934 bis 1936 im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1936 mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Zuschauern erbaut. Nach dem Umbau im Jahr 2004 hat das Stadion 74.500 Plätze.

Frauenfußball in Berlin

Hertha hat den Mädchen- und Frauenfußball lange Zeit vernachlässigt. Die Bestrebungen gingen immer wieder dahin, mit anderen Vereinen zu kooperieren. So auch im Frühjahr 2009, als Hertha eine Zusammenarbeit mit dem 1. FC Lübars aus dem Berliner Stadtteil Reinickendorf startete. Seitdem spielt der 1. FC Lübars in den Vereinsfarben von Hertha BSC. In dieser Spielzeit belegte die Mannschaft den vierten Platz in der 2. Frauen-Bundesliga Nord.

Der DOSB hofft, die Bürger vom Großprojekt Olympia besser überzeugen zu können, wenn das IOC auf seiner bis Montag tagenden Session in Monte Carlo die Reformen, mit denen Olympia-Bewerbungen wieder attraktiver für Städte werden sollen. Die Wahl zwischen Berlin und Hamburg soll deshalb „im Lichte der Entscheidungen von Monaco“ betroffen werden. Die letzte vom DOSB in Auftrag gegebene Umfrage hatte ergeben, dass 49 Prozent der Bürger in Berlin gegen eine Olympia-Bewerbung der Stadt sind, in Hamburg sind 53 Prozent dafür.

Von

dpa

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