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24.01.2005

12:28 Uhr

Drastische Strafen waren die Folge

Wettskandale sind in Italien gang und gäbe

Im Gegensatz zu Deutschland sorgten im Süden Europas nach dem Eklat von 1980 mit Spielerverhaftungen und dem Zwangsabstieg von AC Mailand und Lazio Rom, der neapolitanische Skandal 1986, zwei kleinere Betrugsfälle in den 90er Jahren und zuletzt der große Wettskandal im vergangenen Sommer für großen Wirbel.

HB ROM. Ende August 2004 verurteilte die Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) sechs Profifußballer zu langen Sperren und den Zweitligisten FC Modena zu einem Punktabzug von fünf Zählern. Insgesamt waren 33 Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre sowie zwölf Fußballclubs angeklagt, mit Ergebnisabsprachen Wetten manipuliert und hohe Gewinne eingestrichen zu haben. Modenas Ex- Spieler Antonio Marasco wurde als Drahtzieher der Betrügerbande zu einer Sperre von drei Jahren verurteilt.

Anti-Mafia-Ermittler aus Neapel hatten die Manipulationen zufällig entdeckt, weil einige Profi-Fußballer Kontakte zur neapolitanischen Camorra hatten. Durch abgehörte Telefongespräche waren die Ermittler den Betrügern auf die Spur gekommen. Erst hatten sich die Beteiligten auf ein Ergebnis geeinigt und dann selbst hohe Wetten darauf abgeschlossen. Die Mehrzahl der mutmaßlichen Manipulationen ließ sich jedoch nicht beweisen, so dass mehrere der angeklagten Clubs und Spieler freigesprochen wurden oder mit milden Strafen davonkamen.

Beim Wettskandal 1980 dagegen hagelte es drastische Strafen. Milan und Lazio mussten in die zweite Liga absteigen, fünf Erst- und Zweitligisten erhielten Punktabzüge, 20 Spieler wurden zu Sperren von drei Monaten bis zu sechs Jahren - für Drahtzieher Stefano Pellegrini - verurteilt. Unter den Wettbetrügern war auch der legendäre Stürmer Paolo Rossi, der seine Sperre bis kurz vor der Weltmeisterschaft 1982 absaß.

Auch der in einem illegalen Buchmacherbüro in Neapel aufgedeckte Wettskandal von 1986 endete mit harten Strafen. Udinese und Lazio wurden zu neun Zählern, Foggia zu fünf und Perugia zu zwei Zählern Punktabzug verurteilt. Insgesamt waren zwölf Clubs und 62 Spieler angeklagt.

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