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31.01.2005

16:25 Uhr

Dresden sieht Kampagne gegen Ost-Fußball

DFB fischt weiter im Trüben

Im Manipulations-Skandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer machen immer mehr Verdächtigungen und Vermutungen die Runde - doch die Berliner Staatsanwaltschaft verwehrt dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiter die Einsicht in die Ermittlungsakten. In den Schlagzeilen stehende Vereine mühen sich derweil ebenso um mediale Gegenoffensiven wie der ins Zwielicht geratene Referee Jürgen Janssen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger erhält keine Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft. Foto: dpa

DFB-Präsident Theo Zwanziger erhält keine Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft. Foto: dpa

HB BERLIN/ESSEN/DRESDEN/CHEMINITZ. DFB-Sprecher Harald Stenger bestätigte heute, dass der Verband derzeit keinen Zugriff auf die Ermittlungsergebnisse erhält. Nach Angaben des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger sei derzeit auch nicht absehbar, wann der Verband Einblick in das Vernehmungsprotokoll von Hoyzer erhalte - der Verband muss sich damit allein auf seine eigenen Erkenntnisse stützen und fischt in weiten Bereichen weiter im Trüben.

Indes hat Schiedsrichter Jürgen Jansen in einer Eidesstattlichen Erklärung jeden Zusammenhang mit dem Fußball- Manipulationsskandal bestritten. Der Bundesliga-Referee aus Essen versicherte am Montag, er habe zu keiner Zeit in rechtswidriger Weise Spielausgänge beeinflusst und keine Kontakte zur "Wett-Mafia" gehabt. Jansen war vom DFB am Sonntag kurzfristig als Referee des Spiels Werder Bremen - Hansa Rostock (3:2) abgesetzt worden, weil sein Name von Robert Hoyzer genannt worden sein soll.

Auch die neben dem SC Paderborn ins Zwielicht geratenen Vereine Dynamo Dresden und Chemnitzer FC weisen empört alle über Medien laut gewordene Vorwürfe zurück. Kontakten ihres kroatischen Torwarts zu einem der in Berlin inhaftierten verdächtigen zum Trotz haben die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten aus Dresden jedwede Beteilung ihrer Spieler an dem Fußball-Wettskandal empört bestritten. "Es ist ein Phänomen, wie drei Zeilen in einer Zeitung einen ganzen Volksstamm verrückt machen", sagte Dynamo-Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster am Montag. Er könne sich nicht erklären, wie der Verein mit dem Skandal in Zusammenhang gebracht werden könne. "Es gibt keine Namen, keine Adressen, keine konkreten Vorwürfe. Solange das nicht vorliegt, werden wir uns nicht beunruhigen", so Köster. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass wenigstens ein Spieler der Sachsen in den Wettskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt sein soll.

Auch Trainer Christoph Franke stellte sich vor dem Ost-Derby am Montagabend gegen Energie Cottbus vor sein Team: "Für mich ist es unvorstellbar, dass Spieler von uns Partien verschoben und ihre Mannschaftskollegen verscheißert haben." Für das Spiel gegen die Lausitzer werde die Mannschaft versuchen, "daraus Motivation zu ziehen". Dass Torhüter Ignjac Kresic Kontakte zu einem am Freitag in Berlin festgenommenen Beschuldigten gehabt hat, beunruhige ihn nicht. "Das ist noch lange nicht strafbar", so Franke.

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