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23.12.2015

10:24 Uhr

Drohne stürzt ab

Gefährliche Aufnahmen beim Ski-Rennen

Das war knapp: Bei der Abfahrt von Madonna di Campiglio ist der österreichische Slalom-Skifahrer Marcel Hirscher einem schweren Unfall entgangen. Eine Kameradrohne stürzte hinter dem Sportler ab – nur wenige Zentimeter.

Für den Slalomfahrer Marcel Hirscher ging der Absturz einer Kamera-Drohne gerade noch glimpflich aus. dpa

Knapp daneben

Für den Slalomfahrer Marcel Hirscher ging der Absturz einer Kamera-Drohne gerade noch glimpflich aus.

Madonna di CampiglioDer Ski-Weltverband FIS hat eine umfassende Aufklärung des Drohnen-Zwischenfalls beim Slalom von Madonna di Campiglio angekündigt. Man werde mit allen beteiligten Parteien reden, um zu erfahren, wie es zu dem Unfall kommen konnte, hieß es in einer Stellungnahme am Mittwochmorgen.

„So etwas darf nie wieder passieren“, schrieb die FIS. Der TV-Rechteinhaber Infront entschuldigte sich bei Hirscher und der FIS für den „unglücklichen Zwischenfall“ und kündigte detaillierte technische Analysen und „so bald wie möglich“ weitere Informationen an.

Im zweiten Durchgang war am Dienstagabend eine Kameradrohne auf die Piste gestürzt und kam dabei Hirscher so nahe, dass dieser fast getroffen worden wäre. „Ich habe nicht gewusst, was es ist, aber schon etwas gespürt“, sagte der der vierfache Weltcup-Gesamtsieger später. Erst im Ziel erfuhr er, was ihn fast getroffen hätte.

„Ich habe gedacht, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange.“ Deshalb sei er weiter „fokussiert und konzentriert geblieben“. Nach dem Studium der Fernsehbilder mit der unmittelbar hinter ihm abstürzenden und zersplitternden Drohne sagte der 26-Jährige: „Eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann. Bitte, passt besser auf!“

Der Ski-Weltcup in Zahlen

0

Null WM- oder Olympia-Medaillen gibt es in der Saison zu vergeben, das war zuletzt 2011/2012 der Fall. Einige Sportler nutzen den Winter für Experimente, andere konzentrieren sich ganz auf den Weltcup.

1

Einen Weltcupsieg hat der deutsche Technik-Spezialist Fritz Dopfer noch nicht vorzuweisen – dabei fuhr er in der vorigen Saison endgültig in die Weltspitze und bei der WM im Slalom auf den zweiten Podestrang.

5

Fünf große Kristallkugeln nacheinander hat noch kein Rennfahrer je erringen können. Der Österreicher Marcel Hirscher könnte in diesem Winter das Kunststück vollbringen. Rekordhalter ist Marc Girardelli mit fünf Gesamtsiegen – allerdings nicht am Stück.

37

37 Orte werden in diesem Winter von der Weltelite besucht. La Thuile in Italien bei den Frauen sowie Naeba in Japan und das südkoreanische Jeongseon bei den Männern sind zum ersten Mal Weltcup-Stationen.

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88 Rennen stehen zwischen dem 24. Oktober in Sölden und dem 20. März beim Weltcupfinale in St. Moritz insgesamt auf dem Programm – das sind deutlich mehr als in den Vorjahren ausgefahren worden waren.

161,9

161,90 Stundenkilometer schnell war der Franzose Johan Clarey 2013 in Wengen. Ob dieser Geschwindigkeitsrekord bei alpinen Skirennen in dieser Saison gebrochen wird, zeigt sich in drei Monaten.

9.793.661,99

9.793.661,99 Euro an Preisgeld werden insgesamt bei den Rennen an Männer und Frauen ausgeschüttet. Das sind laut offiziellem Umrechnungskurs 10.599.680,37 Schweizer Franken.

Renndirektor Markus Waldner sprach von einer „Schweinerei“ und einer nur knapp abgewendeten Katastrophe. Im Gegensatz zu Österreich oder Deutschland ist es in Italien erlaubt, bei Ski-Rennen Drohnen einzusetzen.

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