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29.01.2016

20:34 Uhr

Ein kleines Tenniswunder

Die neue Kerber – selbstbewusst und nervenstark

Quelle:dpa

Angelique Kerber galt lange als nicht hart genug für die große Tennis-Bühne. Die Nerven machten ihr oft einen Strich durch die Rechnung. 2016 soll das anders werden. Der Finaleinzug in Melbourne ist vielversprechend.

Angelique Kerber hat in Melbourne ihre Angstgegnerin Victoria Asarenka besiegt. Foto: Filip Singer dpa

Zielstrebig

Angelique Kerber hat in Melbourne ihre Angstgegnerin Victoria Asarenka besiegt. Foto: Filip Singer

MelbourneDas Wochenende vor Beginn der Australian Open ist immer für die Presserunden mit den Stars der Branche reserviert. Die Top Ten bei den Damen und Herren stehen dann Rede und Antwort und berichten, wie sie die Vorbereitung verbracht haben und was sie vom ersten Grand-Slam-Turnier der Saison erwarten.

Als Nummer sechs der Welt hätte eigentlich auch Kerber eine solche Pressekonferenz zugestanden, doch obwohl die Kielerin das Jahr 2015 zum vierten Mal in Serie unter den besten Zehn abschloss, gab es keinen Medientermin mit der deutschen Nummer eins.

Nun wird Kerber darüber nicht sonderlich böse gewesen sein, die kleine Anekdote sagt aber einiges über ihren Stellenwert auf der Tour aus. Kerber wird für ihren Kampfeswillen und ihre Konstanz auf dem Platz geschätzt, großes Interesse löst sie aber nicht aus. Was vor allem auch daran liegt, dass sie bei den vier Grand-Slam-Turnieren zuletzt nicht in Erscheinung trat.

Tennis: Das ist Angelique Kerber

Finale

Angelique Kerber ist ins Finale der US-Open in New York eingezogen. Die deutsche Tennisstar rückt durch den Erfolg und die Niederlage von Serena William im anderen Halbfinale in der Weltrangliste auf Platz ein vor – unabhängig vom Ausgang des Endspiels gegen William-Bezwingerin Karolina Pliskova.

Zur Person

Alter: 28 (18. Januar 1988)
Geburtsort: Bremen
Wohnort: Kiel

Heimatverein

Ihr erster Tennisverein war die TG Düsternbrook in Kiel. Der Klub bietet vom Finale der Australian Open ein Public Viewing an.

Wettkampfdaten

Größe: 1,73 Meter
Gewicht: 68 Kilogramm

Profi

seit: 2003
Schlagarm: links
Trainer: Torben Beltz

Familie

Familienstand: ledig,
Eltern Slawek und Beata, eine Schwester
Sprachen: Deutsch, Polnisch, Englisch
Trainingsort: Akademie ihrer Großeltern im polnischen Puszczykowo

Weltrangliste

Aktuelle Weltranglistenposition: 2 (ab Montag: 1)

Erfolge

Größte Erfolge bislang: Olympische Silbermedaille (Rio 2016), 1 Grand-Slam-Sieg (Australian Open 2016), 8 weitere Turniersiege

Einnahmen

Karrierepreisgeld: 9,3 Millionen Dollar (Stand: Januar 2016)

Im vergangenen Jahr schied sie in Melbourne bereits in der ersten Runde aus. In Paris, Wimbledon und New York kam sie jeweils nicht über die dritte Runde hinaus. Viel zu wenig, um von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Da halfen auch keine vier Turnier-Titel im Verlauf des Jahres.

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Erstmals seit Anke Huber vor 20 Jahren steht in Angelique Kerber wieder eine deutsche Tennisspielerin im Finale der Australian Open. Die Kielerin will nun noch mehr. Ein Interview.

Im Urlaub auf den Malediven und danach während der Vorbereitung in der Akademie ihrer Großeltern im polnischen Puszczykowo kam Kerber zu der Erkenntnis, dass sich dies von nun an ändern muss. 2016 wolle sie es bei den Grand Slams „krachenlassen”, sagte Kerber Ende des vergangenen Jahres in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung.”

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Fortan wolle sie sich mehr auf die großen Turniere konzentrieren, da, wo es darauf ankommt, ihr bestes Tennis zeigen. Ihr Vorbild Roger Federer macht das schon seit Jahren so. Auch Steffi Graf, mit der sie letztes Jahr in den USA trainierte und mit der sie sich hin und wieder austauscht, war eine Meisterin darin, den Fokus auf die wichtigen Dinge im Laufe eines langen Tennis-Jahres zu legen.

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