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09.04.2006

17:09 Uhr

Eishockey

DEG wirft Haie raus

Pokalsieger DEG Metro Stars hat den fünften Akt des Halbfinal-Dramas gegen die Kölner Haie nach einem furiosen Schlussspurt und einer umstrittenen Strafzeit gewonnen.

HB DÜSSELDORF. Nach dem 5:3 (2:1, 0:1, 3:1) im entscheidenden Duell der achtmaligen deutschen Eishockey-Meister greifen die Düsseldorfer erstmals seit einem Jahrzehnt wieder nach dem Titel. Vorjahresmeister Eisbären Berlin ist am Gründonnerstag Gastgeber im ersten von maximal fünf Playoff- Endspielen und will ein Düsseldorfer Double verhindern.

Drei Tage nach Kölns schwer erkämpftem 5:4-Erfolg, durch den das fünfte Spiel erst nötig wurde, lieferten sich die rheinischen Rivalen erneut eine enge und spannende Partie, in der diesmal Köln schon wie der Sieger aussah. Erst nach einer umstrittenen Spieldauerstrafe für Eduard Lewandowski traf Craig Johnson vier Minuten vor Schluss zum 3:3. Weil auch DEG-Torwart Andrej Trefilow das Eis verlassen hatte, spielten die Hausherren dabei mit sechs gegen drei Feldspielern. Der Norweger Tore Vikingstad (58.) und Andy Schneider (58.) trafen ebenfalls noch in Überzahl zum stürmisch gefeierten Sieg.

„Natürlich hat es den Spielausgang beeinflusst, aber es bringt nichts, herum zu diskutieren“, sagte Kölns Trainer nach vier Jahren scheidender Trainer Hans Zach über die Strafe. Nach seinem letzten Spiel mit den Haien wollte sich Zach nicht über den US-Schiedsrichter Rick Looker erregen: „Soll ich einen Herzinfarkt kriegen, oder was?“

Auch DEG-Manager Lance Nethery bewertete die Strafmaß für den hohen Stock von Lewandowski im TV-Sender „Premiere“ als zu hoch. Kapitän Daniel Kreutzer lobte die guten Nerven seiner Kollegen: „Wir sind ruhig geblieben und haben unsere Chancen genutzt.“

Die Gastgeber hatten schon zu Beginn durch Nationalspieler Alexander Sulzer (11.) und den zum „Eishockeyspieler des Jahres„ gekürten Vikingstad (20.) zwei Mal die Nase vorn. Düsseldorfs zuletzt zuverlässiger Schlussmann Andrej Trefilow verhalf den Kölnern jedoch jeweils zum Ausgleich. Einen eigentlich harmlosen Schuss von Talent Philip Gogulla (19.) legte sich der Russe mit der Fanghand selbst ins Netz, dann staubte Jeremy Adduono (30.) mit einem Beinschuss ab, als Trefilow abprallen ließ.

Den Gästen waren ihre Ausfälle vor 10 217 Fans im ausverkauften Stadion an der Brehmstraße nicht anzumerken. Neben dem gesperrten Nationalstürmer Tino Boos musste auch Angreiferkollege Alex Hicks nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe vom Donnerstag zuschauen. „Die DEG hat stark angefangen, nach dem 2:2 durch Köln aber ein bisschen den Faden verloren“, sagte Bundestrainer Uwe Krupp, der nach zwei knappen Länderspiel-Erfolgen in Ungarn (3:2/1:0) erstmals in dieser Saison live ein Playoff-Spiel der DEL verfolgte. Für Kölns zu diesem Zeitpunkt verdiente 3:2-Führung sorgte Ivan Ciernik (49.), ehe Lewandowskis Aus noch die Wende einleitete.

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