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13.04.2006

08:25 Uhr

Eishockey DEL

Berlin will Favoritenrolle gegen DEG bestätigen

Im Berliner Wellblechpalast steht heute (ab 19.30 Uhr/live bei Premiere) das erste Play-off-Finalspiel der deutschen Eishockey-Liga (DEL) auf dem Programm. Dabei gelten die Eisbären gegen die DEG als Favorit.

Vor dem ersten von fünf möglichen Play-off-Finalspielen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) heute (19.30 Uhr/live bei Premiere) sind die Rollen klar verteilt. Gastgeber und Titelverteidiger Eisbären Berlin geht mit der Erfahrung von zuvor zwei Finalteilnahmen in Folge als Favorit in die Serie gegen die Düsseldorfer EG Metro Stars. Für die Rheinländer hingegen hat sich zehn Jahre nach dem achten und bislang letzten Titelgewinn bereits mit dem Final-Einzug ein Traum erfüllt.

Rund um die Brehmstraße wurde nach dem triumphalen 5:3 über den Erzrivalen Kölner Haie im fünften und letzten Halbfinale die Renaissance des alten "Mythos" DEG gefeiert. "Wir haben jetzt schon eine Supersaison gespielt und beste Werbung für das Düsseldorfer Eishockey vor dem Umzug in die neue Halle im Sommer betrieben", sagt Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp.

"Druck liegt bei den Eisbären"

Gegen die Eisbären soll der Gipfelsturm folgen. "Wenn wir schon einmal im Finale sind, dann wollen wir auch gewinnen", sagt Manager Lance Nethery. Der Außenseiter setzt vor allem auf die Karte "Berliner Psyche". "Der Druck liegt bei den Eisbären."

Am Montag gab DEG-Trainer Don Jackson seinen Spielern frei, um nach dem emotionalen Derby gegen Köln etwas Abstand zu gewinnen. "Die Berliner hatten neun Tage Pause. Das kann ein Vorteil für uns sein", sagt Stürmer Klaus Kathan. Wie man in dieser Spielzeit den Wellblechpalast erobert, wissen die Düsseldorfer ohnehin. Die DEG gewann eines von zwei Duellen in Berlin in der regulären Saison.

"Freundschaft wird ruhen"

Doch weiß Trainer Don Jackson auch, wie man eine ganze Play-off-Serie gegen die Eisbären gewinnt? Vor einem Jahr stand Jackson seinem Freund Pierre Page beim ersten gesamtdeutschen Titelgewinnn der Berliner in den letzten zwei Monaten der Saison als Assistent zur Seite. Jetzt kann der zweimalige Stanley-Cup-Sieger seinem ehemaligen Chef das Osterfest gründlich verderben. "Unsere Freundschaft wird ruhen, aber nicht darunter leiden", sagt der 49-Jährige.

Dass Jacksons intime Kenntnisse von den taktischen Überlegungen seines Pendants wirklich von Vorteil sind, glaubt zumindest Page nicht. "Die Trainer schießen keine Tore. Die Spieler geben den Ausschlag. Ich denke, dass wir wieder Meister werden. Unsere junge Mannschaft ist schneller und kraftvoller", sagt der Kanadier. Neun Spieler aus dem Kader sind unter 23 Jahre alt.

Doch Tatsache ist, dass Jackson die Verteidigungsstrategie der Berliner sehr genau kennt, hat er sie doch eigens einstudiert. "Das ist ein bisschen so, als würde ein Safeknacker das Schloss des nächsten Panzerschranks selbst konstruiert haben", sagt der frühere DDR-Nationalspieler und Mitglied der deutschen Eishockey-Ruhmeshalle.

Wir müssen noch disziplinierter werden"

Aber grau ist alle Theorie. Page bat seine Schützlinge am Montag zum knüppelharten Training. "Vor allem die jungen Spieler können das immer gebrauchen", sagt er. Dazu ließ er eine Angriffsreihe in gelben Oberteilen trainieren, damit sich die anderen schon einmal an die Düsseldorfer Trikots gewöhnen konnten. Der Wille, die Kondition und Disziplin werden entscheidende Faktoren sein. "Wir haben zuletzt noch zu viele Strafminuten genommen. Da müssen wir noch disziplinierter werden", fordert der Trainer.

Die Euphorie rund um das Finale ist nicht nur in Düsseldorf gewaltig. In Berlin standen bereits ab fünf Uhr in der Früh die ersten Anhänger, um sich mit Tickets zu versorgen. 15 000 Karten hätten die Berliner verkaufen können, doch der Wellblechpalast im Sportforum Hohenschönhausen fasst gerade mal 4 700 Besucher. Die Fans, die leer ausgegangen sind, haben die Möglichkeit, auf einer Großbildleinwand im Riesenzelt vor der Halle für 2,50 Euro dabeizusein.

© SID

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